Zander: Alles über den Fisch

Zander ist der meist geschätzter Raubfisch der absoluten Mehrheit deutscher Hobby-Angler: Er ist stark, gerissen und sehr wohlschmeckend.

Allgemeines über Zander

Zander

Zander

  • Name: Zander (auch Sander, Hechtbarsch, Fogasch genannt). Engl.: Zander
  • Wissenschaftlicher Name: Sander lucioperca
  • Familie / Gattung: Echte Barsche / Sander
  • Vorkommen: Europa und Westasien
  • Habitat: langsam fließende Binnengewässer mit sandigem Grund, Brackwasser
  • Max. Größe / Gewicht: 120cm / 17kg
  • Max. Lebenserwartung: 25 Jahre

Lebensraum des Zanders

Zander gehört zu der Barsch-Familie (Percidae) und wird auch Sander, Hechtbarsch oder Stachelritter genannt. Diese Raubfischart bevorzugt wärmeres und langsam fließendes Gewässer, kommt aber auch in nördlichen russischen Flüssen und im Brackwasser der gesamten Ostsee vor. In Europa erstreckt sich die Zander-Population von Spanien bis zum Uralgebirge in Russland. Auch in Asien kommt diese Art vor.

Der Zander lebt bevorzugt in großen und stark strömenden Flüssen und wählt Orte mit steinigem oder sandigem Grund. In Flüssen hält er sich am liebsten an tiefen Stellen auf: in Gruben, steilen Löchern, hinter umgestürzten Bäumen etc. Hierzulande halten sich die Zander gerne auch im Bereich der Buhnenköpfe auf, wo sie Jagd auf kleine Beutefische machen, indem sie diese aus der Strömung rauspicken.

Lebensweise des Zanders

Der Zander ist ein sehr geselliger Artgenosse – vor allem halbstarke Räuber halten sich gerne in größeren Schwärmen auf. So bilden 700-900 Gramm große Zander Gruppen von 10 bis 30 Fischen und machen auch zusammen Jagd auf Fischbrut. Allerdings je größer werden Zander, umso kleiner wird der Schwarm. Das liegt nicht alleine an der Dezimierung durch andere Raubfische. Wie es bei vielen räuberischen Arten üblich ist – ausgewachsene Fische sind fast ausnahmslos Einzelgänger. Nur in den kalten Wintermonaten kommen sie in großen Tiefen zusammen.

Merkmale des Zanders

Zanders

Zanders

Diese Spezies hat einen langgestreckten kegelförmigen Körper, der sich in seiner Bauweise vom Körper eines anderen bekannten Raubfisches – des Hechtes – grundsätzlich unterscheidet. Während die Rückenflosse beim Hecht nach hinten verlagert und freistehend ist, steht sie beim Zander mitten auf dem Rücken und ist in zwei Teile unterteilt: in einen vorderen Teil mit herausragenden Stacheln und einen hinteren Teil mit Gliederstrahlen.

Der Kopf des Zanders ist spitzt, das Maul sehr hart und tief. In seinem Oberkiefer befinden sich zwei große Fangzähne, die eine runde und meist leicht gebogene Form haben und beim geschlossenen Maul etwas hervortreten. Dies beschert dem Zander einen unverwechselbaren Anblick, der ihm auch gewisse Ähnlichkeit mit einem Vampir verleiht. Ein weiteres unverkennbares Merkmal des Zanders sind seine Schuppen. Sie sind klein, fest, fühlen sich besonders rau an und werden als Kammschuppen bezeichnet.

Wie groß wird der Zander?

Zander Wachstum

Zander Wachstum

Erst bei 25 Grad Wassertemperatur erreichen die Zander ihre größtmögliche Aktivität. Und wenn die Fische aktiv sind, verbrauchen sie viel Energie und müssen viel fressen. So können Zander in optimalen Lebensraum-Verhältnissen bis zu 120 cm werden. Solche Kolosse sind allerdings die absolute Ausnahmen. Gewöhnlich werden Zander maximal 90-100 cm. (Hier finden Sie Alters- und Größentabelle für Zander)

Ein wichtiger Aspekt, der Einfluss auf Zanderwachstum nimmt, ist die Strömung. Fische, die in stark fließenden Gewässern zuhause sind, müssen öfter gegen die Strömung ankämpfen und können somit die Nahrungsaufnahme nicht allein auf deren Wachstum konzentrieren. In langsam fließenden Gewässern hingegen gedeihen die Zander besser und wachsen entsprechend schneller.

Nahrung des Zanders

Rotfeder

Rotfeder

Die Nahrung des Zanders besteht überwiegend aus kleineren Fischen und Krebstieren. Bei der Jagd überlassen seine kräftigen und nach innen gebogenen Fangzähne nichts dem Zufall: Hat er die Beute einmal gepackt, machen die Fangzähne tödliche Einstiche, während die feinen Bürstenzähne die Beute festhalten, die nicht mehr entkommen kann.

Ein scharfer Geruchssinn und ein ausgezeichnetes Sehvermögen ermöglichen es dem Zander, auch in völliger Dunkelheit seine Beute zu lokalisieren und erfolgreich zu jagen. Zum Fressen gerne haben Zander vor allem lange und schmale Beutefische, die sie beim Einsaugen bequem falten können. Die Angler wissen es und setzen gezielt schmale Köder beim Zanderangeln ein.

Fortpflanzung des Zanders

Die Laichzeit der Zander erstreckt sich von April bis Juni, wenn die Wassertemperatur 12°C erreicht hat. Die Fische suchen paarweise Laichplätze auf, die sich gewöhnlich in Ufernähe befinden und keiner zu starken Strömung ausgesetzt sein dürfen. Das Weibchen legt 150.000 bis 200.000 Eier pro kg Körpergewicht ab. Das Männchen schützt anschließend das Nachkommen vor Räubern und versorgt es durch das Wedeln mit seinem Schwanz mit sauerstoffreichem Wasser.

Die Eier des Zanders sind mit sehr klebrigem Sekret bedeckt, das fürs Haften an den Pflanzen und am Grund sorgt. Nach ca. 7 bis 10 Tagen schlüpfen die Zander-Winzlinge und beginnen sofort mit dem großen Fressen, indem sie zuerst dem Plankton und später allerlei anderen kleinen Lebewesen nachjagen.

Kulinarische Qualitäten

Zanderfilet gebraten

Zanderfilet gebraten

Der Zander ist ein Fisch für Feinschmecker! Sein grätenloses Fleisch ist weiß, fettarm, schön fest und wird daher hochgeschätzt. Außerdem haben Zander nicht so viel Schleim wie andere Süßwasser-Raubfische, wie z.B. Hecht oder Rapfen und weisen entsprechend auch im rohen Zustand kaum den typisch penetranten Fischgeruch auf.

Der Zander ist ein königlicher Speisefisch unter den einheimischen Raubfischarten. Deshalb würde jeder Angler ihn gerne fangen. Doch nur die wenigsten schaffen es, denn Zander gilt als sehr vorsichtig und eigen. Zugleich ist er quicklebendiger Fisch, der gesellig und neugierig ist. Es ist wahrlich ein Herzenswunsch eines jeden Raubfischanglers einen kapitalen Zander zu überlisten.

Kommerzielle Züchtung des Zanders

Da das Fleisch des Zanders als sehr wohlschmeckend gilt, ist diese Spezies zu einem kommerziellen Fisch geworden, der oft künstlich gezüchtet wird. Dabei hält man den Zander zusammen mit kleineren Weißfischen wie zum Beispiel Rotfedern, Rotaugen oder auch mit Gründlingen und Karpfen in einem Teich.

Weil der Zander reines und mit viel Sauerstoff bereichertes Wasser benötigt, erfordert seine Haltung in künstlichen Teichen besondere Aufmerksamkeit und viel Aufwand. In Deutschland haben sich zahlreiche Aquakulturen auf die Zanderzucht spezialisiert. Hier finden sie einige davon.

Unterwasser-Aufnahmen vom Zander

Im nächsten Artikel erläutern wir, wie man Zander angelt.

Fischlexika und -Atlanten

Falls Sie sich für die mannigfaltige Tierfauna der Meere, Seen oder Flüsse interessieren, empfehlen wir Ihnen folgende Bücher*, die neben herausragenden Fotos und detailgetreuen Zeichnungen auch Informationen über die einzelnen Fisch- und Tierarten anbieten:
  1. Gefährliche Meeresfische
  2. Was lebt im Mittelmeer?
  3. Süßwasserfische Europas
  4. Fische Krebse Muscheln
  5. Heimische Gewässer


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