Karpfen: Alles über den Fisch

Der Karpfen ist der bekannteste und am weitesten verbreitete Speisefisch der Binnengewässer weltweit. Er ist robust, gefräßig und schmeckt vorzüglich.

Allgemeines über Karpfen

  • Name: Karpfen (Engl.: Carp)
  • Wissenschaftlicher Name: Cyprinus carpio
  • Familie / Unterfamilie: Karpfenfische / Cyprininae
  • Vorkommen: Weltweit außer dem Polargebiet
  • Habitat: Stehende und langsam fließende Binnengewässer
  • Max. Größe / Gewicht: 120cm / 40kg
  • Max. Lebenserwartung: 30 Jahre
  • Gefährdung: nicht gefährdet
Karpfen

Karpfen

Lebensraum des Karpfens

Der Karpfen ist der Namensgeber für die Gattung der Karpfenfische (Cyprinidae), die mit etwa 3.000 Arten weltweit die größte Familie der Knochenfische (Osteichthyes) bilden. Obwohl der Karpfen ursprünglich aus Asien stammt, wurde er durch Züchtung auch in Europa etabliert. Die am weitesten verbreiteten Zuchtformen sind der Spiegelkarpfen und der Schuppenkarpfen.

Neben den Zuchttieren gibt es auf dem europäischen Kontinent auch wildlebende Karpfen-Populationen. Das Habitat des widerstandfähigen Wildkarpfens reicht von den Zuflüssen des Schwarzen und des Kaspischen Meere bis hin zur Donau. Wildkarpfen gelten in Deutschland als bedroht.

Was sind die gängigen Karpfen-Arten?

Die bekanntesten Karpfen-Arten sind Schuppenkarpfen, Zeilkarpfen, Spiegelkarpfen sowie Lederkarpfen. Eine Unterscheidung zwischen ihnen kann anhand der Reduktion der Schuppen vorgenommen werden.

  • Schuppenkarpfen (weist ein vollständig vorhandenes Schuppenkleid vor)
  • Zeilkarpfen (besitz eine Reihe großer Schuppen entlang der Seitenlinie)
  • Spiegelkarpfen (zeichnet sich durch unregelmäßig verteilte und wenige Schuppen aus)
  • Leder- oder Nacktkarpfen (es ist einzige Karpfenspezies ohne Schuppen)

Im nächsten Beitrag finden Sie weitere Infos über verschiedene Karpfen-Arten.

Wie ernährt sich der Karpfen?

Karpfen

Karpfen

Der Karpfen ist ein absoluter Allesfresse und seine Gefräßigkeit ist legendär: Alles, was er im Wasser vorfindet, wird sofort auf die Genießbarkeit hin untersucht. Weil diese Spezies schon von weitem attraktive Gerüche wahrnimmt, folgt er jeder interessanten Duftspur und erkundet das potenzielle Futter aus nächster Nähe mit seinen empfindlichen Barteln.

Auf der Suche nach Nahrung durchforsten Karpfen alle Wasserschichten. An der Oberfläche fangen sie allerlei Insekten und am Boden suchen sie nach kleinen Krebstieren, Larven und Würmern. Auch frisst der Karpfen viel und gerne Wasserpflanzen. Im Hochsommer, wenn sich Fischbrut im Gewässer verteilt, schnappt er sich hin und wieder mal kleine Fischchen.

Physiologische Besonderheit

Der Karpfen ernährt sich aufgrund der Beschaffenheit seines Verdauungssystems fast ununterbrochen. Dieser Fisch hat nämlich keinen ausgebildeten Magen: Seine Speiseröhre geht direkt in den Mitteldarm über, wo die Nahrung mit Hilfe von Enzymen aufgelöst und verdaut wird. Als Ausgleich für den Magen sind Mittel- und Enddarm des Karpfens von beachtlicher Länge. Ausreichend entwickelte Schlundzähne ermöglichen es dem Karpfen, seine Nahrung zu zerkleinern, diverse Krustentierschalen inbegriffen.

Wie schnell wachsen Karpfen?

Karpfen

Karpfen

Es gilt heute als erwiesen, dass das Wachstum und das erreichbare Gewicht der Karpfen von einem bestimmten Wachstumshormon abhängt. Dieses Hormonvorkommen ist bei jeder Fischpopulation unterschiedlich ausgeprägt, deshalb ist es sehr schwer, einen Zusammenhang zwischen Alter, Gewicht und Größe herzustellen. Dazu kommt, dass unterschiedliche Karpfen-Arten unterschiedliche Größen erreichen.

Grundsätzlich hängt das Wachstum der Fische vom Nahrungsangebot und der Wassertemperatur ab. Als Anhaltspunkt für unsere wildlebende Spiegel- und Schuppenkarpfen kann festgehalten werden, dass das Wachstum pro Jahr etwa 10 cm beträgt und im fünften bis maximal im sechsten Lebensjahr abgeschlossen ist. Asiatische Karpfen hingegen wachsen in ihren Heimatländern wesentlich schneller.

Wie alt werden Karpfen?

Karpfen

Karpfen

Karpfen gehören nicht zu besonders langlebigen Fischen. Die Lebenserwartung der wildlebenden Tiere beträgt selten mehr als 7 Jahre. Für domestizierte Spezies, wie zum Beispiel den Koi-Karpfen, gelten andere Maßstäbe. Bei stabilen Lebensbedingungen kann ein Koi-Karpfen 60 Jahre alt werden.

Fortpflanzung der Karpfen

Die weiblichen Karpfen nennt man Rogner, die männlichen Milchner. Die beiden Kontrahenten treffen sich zur Laichzeit von Mai – Juli im 18-20 Grad warmen Wasser bevorzugt an den Stellen mit hoher Pflanzendichte. Die Fortpflanzung erfolgt, indem das Männchen seinen Samen über die jährlich bis zu 500.000 – 700.000 Eier verteilt, welche das Weibchen nach dem Laichspiel ablegt.

Die Eier heften sich nach dem Ablaichen mithilfe einer besonderen Substanz an Pflanzen an. Die Brütlinge sind ab diesem Zeitpunkt sich selbst überlassen, da bei Karpfen keine Brutpflege erfolgt. Zwischen dem dritten und dem achten Tag, schlüpfen die kleinen Fischchen mit dem Kopf voran. Zunächst bleiben sie bodennah und ernähren sich von ihrem Dottersack am Bauch. Nach und nach stellen sie sich dann auf Kleintiere um.

Interessante Fakten über Karpfen

  • Bereits im Mittelalter haben Karpfen die Esskultur entscheidend mitbestimmt. Schon damals wurden sie in der Teichwirtschaft als Fleischersatz für die christlichen Feiertage gezüchtet.
  • Im Brütlingsstadium sind alle Karpfen männlich, erst durch einen Entwicklungsschritt beim Heranwachsen erfolgt die Umwandlung zu weiblichen Tieren.
  • In vielen Ländern als Zuchtfisch eingeführt, hat sich der Karpfen zu einer invasiven Art entwickelt, weshalb er dort als Schädling wahrgenommen wird (z.B. springende Karpfen in Nordamerika).

Videoaufnahmen von Karpfen

Im folgenden Video sind drei typischen und weit verbreiteten Karpfen-Arten zu sehen: Schuppenkarpfen, Spiegelkarpfen und Koi-Karpfen.

Im nächsten Artikel verraten wir viele Tipps und Tricks rund um das Thema Karpfenangeln.

Fischlexika und -Atlanten

Falls Sie sich für die mannigfaltige Tierfauna der Meere, Seen oder Flüsse interessieren, empfehlen wir Ihnen folgende Bücher*, die neben herausragenden Fotos und detailgetreuen Zeichnungen auch Informationen über die einzelnen Fisch- und Tierarten anbieten:
  1. Gefährliche Meeresfische
  2. Was lebt im Mittelmeer?
  3. Süßwasserfische Europas
  4. Fische Krebse Muscheln
  5. Heimische Gewässer


Bewertung: 4,75; Bewertungen: 8