Rotfeder: Alle Infos zum Fisch

Die Rotfeder erreicht in der Regel eine Größe von 20 bis 30 Zentimetern. Manche Fische werden allerdings bis zu 45 cm groß.

Allgemeines über Rotfeder

Rotfedern

Rotfedern

  • Name: Rotfeder (auch Rotflosse, Rötel oder Rotblei genannt). Engl.: Rudd
  • Wissenschaftlicher Name: Scardinius erythrophthalmus
  • Familie / Unterfamilie: Karpfenfische / Weißfische
  • Vorkommen: Europa, Zentralasien, Neuseeland
  • Habitat: Stehende und langsam fließende Binnengewässer
  • Max. Größe / Gewicht: 45 cm / 1,5 kg
  • Max. Lebenserwartung: 20 Jahre
  • Gefährdung: nicht gefährdet

Herkunft und Lebensraum

Die Rotfeder kommt in Europa von Finnland bis Mittelitalien in stehenden und langsam fließenden Gewässern vor. Seen, Teiche und Weiher sind ihr gewöhnlicher Lebensraum. Da der Bedarf an Sauerstoff bei Rotfeder eher gering ist, gelingt es ihr auch Kleingewässer zu bewohnen, wo sich auch Schleien und Karauschen gerne aufhalten. Durch ihre flexible Anpassungsfähigkeit kann die Rotfeder sogar im Wasser mit einer hohen Salzkonzentration leben, bspw. im Brackwasser der Ostsee. Grundsätzlich hält sie sich gerne in den Uferregionen mit hoher Pflanzendichte auf, wo der Grund in seiner Zusammensetzung eher schlammig ist.

Lebensweise der Rotfeder

Rotfeder

Rotfeder

Die Rotfeder bewohnt am liebsten kleine wie große mit Algen und Schilf bewachsene Teiche, Seen und ruhige Nebenarme von Flüssen. So seltsam es auch klingen mag, aber dieser Fisch mag kein zu reines Wasser und keine starke Strömung, sodass er selten in gebirgigen, schnellen Flüssen zu finden ist. Die Rotfeder ist ein agiler Weißfisch, der tagsüber aktiv ist und sich gerne an der Wasseroberfläche aufhält, um mit ihrem Rücken die warmen Sonnenstrahlen aufzunehmen. Bei Einbruch der Dunkelheit schwimmt Rotfeder zum Boden, wo sie sich in Gras, Moos oder Schilf eingräbt.

Interessante Fakten über Rotfeder

  • Bei einer Wassertemperatur von 10 bis 20 °C können Rotfedern auch in einem Aquarium gehalten werden.
  • Völlig genetisch reine Rotfeder-Stämme sind selten, da sich die Fische häufig mit anderen Arten vermischen. Jedoch sind im Fluss Shannon in Irland noch genetisch reine Rotfedern zu finden.
  • Rotfedern laichen oft zusammen mit anderen Cypriniden. Aus diesem Grund kommt es dabei hin und wieder zur sogenannten „Bastardierung“ mit anderen Arten.
  • In Kanada und Neuseeland gehört Rotfeder zu invasiven Arten und wird als Schädlingsfisch betrachtet. Der Grund dafür ist, dass sie einheimische, wertvolle Fischarten verdrängt.

Ist die Rotfeder essbar?

Obwohl Rotfeder in Osteuropa gerne gegessen wird, ist sie hierzulande weniger beliebt. Ihr Fleisch ist mager und hat einen etwas eigenartigen leicht bitteren Geschmack. Wenn sie jedoch richtig gegart wird, verschwindet der Geschmack schnell. Oft wird Rotfeder zu Fischfrikadellen verarbeitet.

Anatomische Merkmale

Rotfeder

Rotfeder

Das durchschnittliche Gewicht der Rotfeder beträgt 250 bis 300 g, während größere Exemplare auch schon mal 1,5 kg schwer werden können. Die typischen Merkmale dieser Spezies sind hoher Rücken und seitlich abgeflachter Körper. Dabei ist die Bauchkante der Rotfeder zwischen den Bauchflossen und dem After gekielt. Die großen Rundschuppen befinden sich entlang der Seitenlinie, deren Anzahl liegt bei ca. 42 Stück.

Die Rotfeder weist auf der Kopfoberseite eine graugrüne bis braungrüne Färbung auf. Dabei sind die Flanken eher hell und glänzend, manchmal sogar goldglänzend. In den Augen ist die Iris ebenso golden gefärbt. Der Bauch hingegen schimmert in einer silbernen Färbung. Kennzeichnend für die Rotfeder ist die rote Färbung der Bauchflossen, sowie der After- und Rückenflossen. Junge Fische sind weniger farbenfroh als die ausgewachsenen Exemplare.

Was ist der Unterschied zwischen Rotfeder und Rotauge?

Obwohl Rotfeder sehr oft mit Rotauge verwechselt wird, kann man die beiden Arten leicht von einander unterscheiden: Während das Auge bei Rotfeder gelb gefärbt ist, hat die Iris von Rotaugen ihrem Namen entsprechend klare rote Farbe. Auch verfügt wie Rotfeder über ein oberständiges Maul, während das des Rotauges endständig ist.

Zusätzlich kann man die beiden Spezies auch an den Rückenflossen unterscheiden. Bei der Rotfeder beginnt die Rückenflosse hinter der Bauchflosse. Beim Rotauge hingegen liegen die Rückenflosse und die Bauchflossen senkrecht übereinander. Auch die Anzahl der Rundschuppen auf der Seitenlinie unterscheidet sich bei beiden Fischarten. Die Rotfeder zählt hier ca. 42 Schuppen, während das Rotauge sogar bis zu 48 Schuppen bildet.

Wie ernährt sich Rotfeder?

Wasserinsekt

Wasserinsekt

Die Rotfeder ist ein Allesfresser, sie ernährt sich von verschiedenen Larven, Insekten, Würmern sowie auch pflanzlicher Nahrung wie Algen und diverse Wasserpflanzen. Die jungen Rotfedern fressen zuerst ausschließlich Zooplankton sowie Laich anderer Arten und wechseln erst mit zunehmendem Alter zu einer vielfältigeren Nahrung.

Fortpflanzung der Rotfeder

Die Fortpflanzung der Rotfeder findet von April bis Juni statt. Als Laichplatz wählen die Fische flache und sehr stark bewachsene Uferbereiche, wo der Nachwuchs ausreichend Schutz finden kann. Ein Weibchen legt bis zu 200.000 Eier ab.

Kulinarische Bedeutung

Rotfeder ist reich an Eiweiß und hat so gut wie kein Fett. Dank diesen Eigenschaften und dem Reichtums an Mineralien gilt der Fisch als diätetisches und gesundes Produkt. Das Fleisch der Rotfeder ist besonders reich an Chrom, Fluor und Phosphor, wobei letzteres dafür bekannt ist, den Stoffwechsel anzuregen und zur Erhaltung einer schlanken Figur beizutragen. Der hohe Gehalt an Nikotinsäure verbessert außerdem den Stoffwechsel, stärkt die Blutgefäße und hilft, den Körper von überschüssigem Cholesterin zu befreien. Menschen, die zu allergischen Reaktionen neigen, sollten Rotfeder allerdings mit Vorsicht genießen.

Im nächsten Artikel gibt es zahlreiche Tipps und Tricks rund um das Thema Rotfeder angeln.

Fischlexika und -Atlanten

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  1. Gefährliche Meeresfische
  2. Was lebt im Mittelmeer?
  3. Süßwasserfische Europas
  4. Fische Krebse Muscheln
  5. Heimische Gewässer


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