Ukelei (Laube): Alles über den Fisch

Ukelei ist ein kleiner Schwarmfisch, der zwar keine industrielle Bedeutung hat, dafür aber bedeutsam für den Erhalt des Biosystems ist.

Allgemeines über Ukelei

Ukelei (auch Laube genannt)

Ukelei (auch Laube genannt)

  • Name: Ukelei (auch Laube genannt). Engl.: Bleak
  • Wissenschaftlicher Name: Alburnus alburnus
  • Familie / Unterfamilie: Karpfenfische / Weißfische
  • Vorkommen: Europa
  • Habitat: Stehende und langsam fließende Binnengewässer
  • Max. Größe / Gewicht: 25 cm / 120 g
  • Max. Lebenserwartung: 7 Jahre

Herkunft und Lebensraum

Der natürliche Lebensraum des Ukeleis umfasst bis auf wenige südliche Regionen fast ganz Europa. Er lebt in Süß- und Brackwasser (Flussmündungen) und ist ein typischer Schwarmfisch, der in zahlreichen stehenden wie langsam fließenden Gewässern vorkommt.

Der Ukelei verträgt Temperaturschwankungen, Sauerstoffmangel hingegen kann er nicht leiden. Die Fische bilden zum Teil große Schwärme und halten sich in warmen Jahreszeiten über sandige oder kiesige Böden. Im Winter ziehen sie sich in entlegene tiefere Bereiche zurück.

Lebensweise des Ukeleis

Ukelei

Ukelei

Der Ukelei ist ein pelagischer Fisch und verbringt einen großen Teil des Jahres in der oberen und mittleren Wassersäule in einer Tiefe von etwa 0,5 bis 1,2 Meter. Tagsüber wandern die Ukeleie innerhalb des Gewässers, indem sie dem Lichteinfall folgen. Je besser die Wasseroberfläche beleuchtet ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass dort ein Ukeleischwarm zu finden ist.

Da Ukeleie sehr gute Schwimmer sind, können sie einem Räuberangriff besser entgehen, wenn sie sich in hindernisfreien Bereiche aufhalten. Daher tummeln sich erwachsene Fische am liebsten im freien Wasser. Junge Ukeleie konzentrieren sich hingegen in der flachen Uferzone mit Unterwasservegetation. Hier finden sie Nahrung und Schutz vor Raubfischen. Nachts begeben sich auch erwachsene Fische in Ufernähe.

Interessante Fakten über Ukelei

  • Der Ukelei hat sehr feine Schuppen, die auch bei leichter Berührung an den Fingern haften bleiben. Der Fisch wird im Durchschnitt 12 – 15 cm groß und ca. 60 g schwer, die größten Exemplare können 25 cm und das Gewicht von 120 g erreichen.
  • Ukeleie stehen bei allen Raubfischen ganz oben auf der Speiseliste und tragen dadurch viel zu Erhaltung des biologischen Systems unserer Gewässer bei. Aus dem selben Grund ist er als toter Köderfisch sehr beliebt bei Anglern. Vor allem beim Nachstellen von Hecht und Zander ist der Ukelei sehr vielversprechend.
  • Für gewöhnlich halten sich die Ukeleie in größeren Schwärmen auf. Doch wenn es im Gewässer viele Raubfische gibt, bilden die Fische kleinere Gruppen, die für Raubfische weniger sichtbar sind und in denen sie besser manövrieren können. Der Ukelei kann sehr schnell beschleunigen, was sein Überleben sichert.

Anatomische Merkmale

Ukelei

Ukelei

Die Oberseite des Ukeleis hat eine dunkle grün-graue manchmal bläuliche oder bräunliche Farbe. Die Flanken schimmern silbrig. Von der Form her sind Ukeleie sehr schlank. Leben sie in den Seen, sind sie ein Tick hochrückiger als ihre Artgenossen aus den Flüssen. Da Ukeleie reine Friedfische sind, haben sie keine Kieferzähne sondern Schlundzähne. Der Ukelei besitzt 45 bis 54 Schuppen auf der Seitenlinie.

Das Maul des Ukeleis ist stark oberständig. Der Kopf ist spitz und die Augen sind auf jeder Seite groß und haben sehr dunkle Pupillen. Die Flossen sind auf dem Rücken grau und können an der Basis rot oder gelb sein. Dasselbe gilt auch für Schwanzflosse. Die Afterflosse ist eher länglich, wodurch der Ukelei etwas länger erscheint als andere Weißfische.

Wie ernährt sich Ukelei?

Trotz seiner geringen Größe ist der Ukelei ein sehr gefräßiger kleiner Weißfisch, der sich ständig in Bewegung befindet auf der Suche nach Nahrung. Er ernährt sich von Zooplankton, von kleinen Insekten und deren Larven, von ins Wasser gefallenen Samen verschiedener Pflanzen und Blumen, sowie von Eiern und Fischbrut anderer Arten.

Der Ukelei hält sich gerne in oberer Wasserschicht auf, wo er treibende Insekten von der Oberfläche pflückt oder diese sich im Flug greift, indem er aus dem Wasser springt. Besonders hoch im Kurs stehen beim Ukelei schwüle und bewölkte Tage, wenn Schwärme von Mücken dich an der Wasseroberfläche fliegen, weil ihre Flügel durch die Feuchtigkeit beschwert sind.

Fortpflanzung des Ukeleis

Ukelei

Ukelei

Der Ukelei wird im Alter von zwei-drei Jahren und mit Körpergröße von 8-12 cm geschlechtsreif. Die Fische laichen von April bis Juni bevorzugt im Flachwasser. Die Weibchen legen bis zu 5 Tausend klebriger Eier auf Steine, Wurzeln und zwischen Wasserpflanzen. Je nach Witterungsbedingungen dauert es 5-7 Tage, bis die Larven schlüpfen. Nach der Geburt scharen sich die Jungfische zusammen und beginnen, sich von Plankton zu ernähren. Im ersten Lebensjahr können die Jungfische 4-5 cm groß und etwa 10 Gramm schwer werden.

Kulinarische Bedeutung

Während dem Ukelei in Deutschland so gut wie keine kulinarische Aufmerksamkeit zugeteilt wird, ist er in einigen süd- und osteuropäischen Ländern sehr beliebter Speisefisch. So gilt Ukelei auf dem Balkan als Delikatesse und kann in guten Restaurants gekostet werden, wo er nach speziellen Rezepten zubereitet wird. In Osteuropa ist Ukelei ein stetiger Begleiter in Biergärten, wo als Stockfisch in großen Mengen verspeist wird.

Das Fleisch des Ukeleis ist reich an nützlichen Spurenelementen, die eine positive Wirkung auf den menschlichen Körper haben, wie z.B. Magnesium, Zink, Fluor, Kalium, Molybdän. Der Verzehr des Ukeleis trägt dazu bei, den Stoffwechsel zu verbessern, die Zähne und Knochen zu stärken, sowie den Blutdrucks und Nervensystem zu normalisieren.

Wie schmeckt Ukelei?

Der Ukelei hat viele feine Gräten, die bei thermischer Verarbeitung weich werden. So kann man den Ukelei mit einer Sprotte vergleichen, nur dass er etwas mehr von dem typischen fischigen Geschmack der Süßwasserfische an sich hat.

Angeln auf Ukelei

Angeln auf Ukelei

Angeln auf Ukelei

Die Ukeleie sind beliebte Zielfische vieler Hobby-Angler. Es gibt sie fast in jedem Gewässer und man kann sie relativ einfach fangen. Dafür einet sich am besten eine Stipprute, bestück mit einer einfachen Posenmontage. Dabei ist wichtig, dass alle Komponenten der Montage sehr gut zusammenpassen. So nimmt man für Ukelei eine 1,5 Gramm leichte Pose, eine 14-er monofile Schnur, an deren Ende kleiner Haken (Größe 14) gebunden wird. Als Köder eignen sich Würmer, Maden, Zuckmückenlarven oder Brot. Mehr Infos dazu im nächsten Beitrag.

Fischlexika und -Atlanten

Falls Sie sich für die mannigfaltige Tierfauna der Meere, Seen oder Flüsse interessieren, empfehlen wir Ihnen folgende Bücher*, die neben herausragenden Fotos und detailgetreuen Zeichnungen auch Informationen über die einzelnen Fisch- und Tierarten anbieten:
  1. Gefährliche Meeresfische
  2. Was lebt im Mittelmeer?
  3. Süßwasserfische Europas
  4. Fische Krebse Muscheln
  5. Heimische Gewässer


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