Dreistachliger Stichling

Dreistachliger Stichling einer der kleinsten Fische Europas und ist ein typischer Süß- und Brackwasser-Bewohner.

Allgemeines

  • Name: Dreistachliger Stichling. Engl.: Three-spined stickleback
  • Wissenschaftlicher Name: Gasterosteus aculeatus
  • Ordnung / Familie: Barschartige / Stichlinge
  • Vorkommen : Europa, Nordasien und Nordamerika
  • Habitat: Stehende und fließende Binnengewässer und Brackwasser
  • Max. Größe / Gewicht: 11 cm / 30 g
  • Max. Lebenserwartung: 4 Jahre
  • Gefährdung: gefährdet

Lebensraum des Dreistachligen Stichlings

Dreistachliger Stichling

Dreistachliger Stichling. Bild: Viridiflavus, Gasterosteus, CC BY-SA 3.0

Zum natürlichen Verbreitungsareal des Dreistachligen Stichlings gehören sowohl stehende als auch fließende Gewässer. Er kommt fast in ganz Europa, in Algerien, Nordasien und Nordamerika vor. Der kleine Fisch bevorzugt pflanzenreiche Areale mit sandigem oder schlammigem Grund. Dabei fühlt er sich sich sowohl im Süß- als auch im Salzwasser sehr wohl. Das komplexe Fortpflanzungsverhalten des Dreistachligen Stichling machte ihn zum beliebten Untersuchungsobjekt zahlreicher wissenschaftlichen Studien.

Physiologische Merkmale

Der Körper des Dreistachligen Stichlings ist im Vergleich zu den Vertretern anderer Stichlingsgattungen verhältnismäßig hochrückig. Dabei ist die relative Körperhöhe abhängig vom bewohnten Habitat – Salzwasserpopulationen und Bewohner großer Binnenseen bleiben gewöhnlich schlanker als Stichlinge aus Fließgewässern.

Weibliche und juvenile Tiere sowie nicht fortpflanzungsbereite Männchen tragen meist eine schlichte schwarzbraune Marmorierung auf hellem, silbrigen Grund. Der Rücken ist dabei dunkler gefärbt als die Bauchseite. Bei Salzwasserpopulationen ist der Silberglanz besonders ausgeprägt. Grundsätzlich variiert die Farbgebung in Abhängigkeit vom Lebensraum, es sind auch messinggelbe und vollkommen schwarze Populationen bekannt.

Wie alle Stichlinge trägt auch der Dreistachlige Stichling keine Schuppen. Er bildet jedoch dachziegelartig überlappende Knochenplatten aus.

Ernährung des Dreistachligen Stichlings

Die überaus gewandten Schwimmer ernähren sich von zahlreichen Kleintieren (Insektenlarven, Würmer) aber auch von Fischlaich und -brut. Die Nahrungsaufnahme erfolgt häufig sehr gierig. So ist es zum Beispiel möglich, einen Dreistachligen Stichling an einem Wurm kurzzeitig aus dem Wasser zu heben, den er gerade zu verschlingen versucht.

Fortpflanzung

Die Laichzeit des Dreistachligen Stichlings fällt in die Zeit von Mai bis Juli. Marine Formen laichen in den Flussunterläufen. Der Laichprozess ist für beide Geschlechter äußerst strapaziös. Zu Beginn unternimmt das Männchen im ausgewählten Brutrevier zunächst mehrere Grabversuche und konzentriert sich dann auf eine Stelle, an der es eine flache Mulde aushebt. Bereits in dieser Phase beginnt es, Nistmaterial herbeizuschaffen, häufig werden Algen der Gattung Spirogyra eingesetzt. Stehen diese nicht oder nicht in ausreichender Menge zur Verfügung, kommen aber auch andere feinfädige Baustoffe zur Anwendung.

Während der Laichzeit tragen adulte Männchen ein farbenfrohes Brutkleid: Die Marmorierung weicht zurück und die Bauchseite färbt sich von der Schnauzenspitze bis zum Schwanzstiel intensiv orangerot. Der Rücken und die Iris der Augen nehmen ein helles Türkis an.

Besonderheiten

  • Durch seinen hohen Verbreitungsgrad und seine Robustheit ist er jedoch in breiten Bevölkerungsschichten bekannt und wurde bereits in der Systema Naturae von Carl von Linné beschrieben.
  • Die Volkstümlichkeit dieses Fisches spiegelt sich auch in der Vielzahl der Lokalbezeichnungen wider: Rotzbarsch, Großer Stichling, Stachelbarsch, Stechbüttel, Wolf, Steckerling, Stichbeutel usw.
  • Sein komplexes Fortpflanzungsverhalten machte ihn zum beliebten Untersuchungsobjekt in der Verhaltensforschung. In Deutschland wurde er zum Fisch des Jahres 2018 ernannt.

Quellen:

Dieser Artikel wurde zum Teil der Wikipedia entnommen und steht unter dieser Nutzungslizenz.

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