Groppe: Alle Infos zum einheimischen Fisch

Die Groppe ist ein kleiner Süßwasser-Bodenfisch, der in kühlen Gewässern bis in die Höhe von 2.000 m lebt und ein Meister der Tarnung ist.

Groppe (Cottus gobio)

Groppe. Bild: © Piet Spaans, CC BY-SA 2.5

Steckbrief Groppe

  • Name: Grope (auch Westgroppe, Koppe und Mühlkoppe genannt). Engl.: European bullhead
  • Wiss. Name: Cottus gobio
  • Ordnung: Barschartige (Perciformes)
  • Familie: Groppen (Cottidae)
  • Gattung: Cottus
  • Verbreitung: kühle Bäche und Flüsse Europas
  • Lebensraum: auf felsigen und steinigen Böden
  • Nahrung: Insektenlarven, Bachflohkrebsen, selten Fischeier
  • Verhalten: Friedfisch, nachtaktiv
  • Maximale Größe: 18 cm
  • Maximales Gewicht:
  • Maximales Alter: 8 Jahre
  • Körperform: spindelförmig, nach hinten stark verjüngt
  • Körperfarbe: braun-grau-marmoriert mit hohem Tarneffekt
  • Maul: groß und endständig
  • Schuppen: schuppenlos
  • Flossenformel: D1 VI-VIII/0, D2 0/13-19, A 0/10-14
  • Geschlechtsreife: mit 2 Jahren
  • Laichzeit: Februar bis Mai
  • Wirtschaftliche Bedeutung: als Speisefisch unbedeutend
  • Angelsport: wird als Köderfisch zum Raubfischangeln verwendet
  • Gefährdung: aufgrund von Klimawandel und Wasserbauten z.T. gefährdet

Herkunft und Lebensraum

Die Groppe (Cottus gobio) ist ein kleiner Süßwasserfisch, der in Forellen- und Äschenregionen von Fließgewässern in Höhenlagen bis zu 2.000 m über dem Meeresspiegel lebt. Auch in sommerkühlen Seen wie z.B. dem Bodensee ist sie heimisch. Die Art stellt hohe Ansprüche an die Wasserqualität und braucht eine hohe Sauerstoffkonzentration und eine eher niedrige Wassertemperatur. Sie bewohnt vorwiegend felsige und steinige Böden.

Die Groppe wurde in Deutschland 1989 und 2006 sowie in der Schweiz 2014 zum Fisch des Jahres ernannt. Im deutschsprachigen Raum hat sie je nach Region verschiedene Bezeichnungen und wird untere anderem Kaulkopf, Westgroppe, Koppe, Mühlkoppe, Dickkopf oder Dolm genannt. Weitere in Deutschland vorkommende Arten sind die Rheingroppe (Cottus rhenanus) und Scheldegroppe (Cottus perifretum).

Lebensweise der Groppe

Die Groppe ist ein nachtaktiver Grundfisch und ein schlechter Schwimmer. Um Energie zu sparen, bewegt sie sich mit gespreizten Brustflossen meist nur ruckartig über den Boden. Auf steinigem Untergrund ist sie in Ruhestellung gut getarnt und hält sich tagsüber versteckt. Sie soll muskulär einen tiefen Ton erzeugen können, was allerdings nicht wissenschaftlich belegt ist.

Weil die Groppe nur mäßig schwimmen kann, stellen selbst Wasserbauten mit niederen Schwellen unüberwindbare Hindernisse für sie dar. Auch Umweltverschmutzungen und Klimawandel gefährden diese Art.

Wichtige Merkmale

Groppe

Groppe. Bild: © Hans Hillewaert, Cottus gobio

Die Groppe hat einen spindelartigen Körper, einen großen, breiten Kopf (beim Männchen breiter, beim Weibchen spitzer), glatte, schuppenlose Haut und zurückgebildete Schwimmblase. Ihre Bauchflossen sind brustständig.

Verwechselt wird sie häufig mit der Marmorierten Grundel, sie kann jedoch anhand der Ausprägung der Bauchflosse unterschieden werden: Während diese bei der Groppe wie bei den meisten Fischen getrennt sind, sind sie bei der Marmorierten Grundel ähnlich einem Saugnapf miteinander verwachsen.

Wie groß wird ein Groppe?

Groppe erreicht normalerweise eine Größe von 11 bis 15 cm. Selten werden manche Exemplare 17 cm groß. Die maximale Lebensdauer einer Groppe beträgt bis zu 8 Jahren.

Wie ernährt sich Groppe?

Die Groppe ernährt sich von kleinen Bodentieren wie zum Beispiel Insektenlarven und Bachflohkrebsen. Im Gegensatz zu Angaben in älterer Literatur sind Fischeier und Fischlarven kein häufiger Bestandteil ihrer Nahrung. In der Aquaristik wird bisweilen der Verzehr von Kleinfischen (Moderlieschen) beobachtet.

Fortpflanzung der Groppe

Die Laichzeit kann von Gewässer zu Gewässer sehr unterschiedlich sein. Meist fällt sie in den Zeitraum Februar bis Mai. Der Milchner (Männchen) baut eine Grube unter Steinen, in die der Rogner (Weibchen) seine Eier ablegt. Der Milchner bewacht das Nest, bis die Jungfische nach vier bis sechs Wochen schlüpfen. Geschlechtsreif wird die Groppe im Alter von 2 Jahren.

Rheingroppe

Die Rheingroppe (Cottus rhenanus) lebt im Süßwasser und ist hier vor allem am Gewässerboden und in den unteren Wasserschichten der Flüsse zu finden. Sie gilt als wenig anspruchsvoll und ist vor allem an kaltes Wasser der gemäßigten Klimazone angepasst. Die Rheingroppe erreicht eine Maximallänge von etwa 9,5 cm. Von anderen Groppen unterscheidet sie sich dadurch, dass sie kein durchgehendes Band auf der Afterflosse besitzt und der Körper nicht durch stachelartige, rückgebildete Schuppen gesprenkelt ist.

Scheldegroppe

Die Scheldegroppe (Cottus perifretum) bewohnt alle Arten von fließenden und stehenden Gewässern mit steinigem Bodengrund, einschließlich großer Flüsse. Sie ernährt sich von kleinen, bodenbewohnenden Wirbellosen und wird 10 cm lang. Von anderen Groppen-Arten unterscheidet sich die Scheldegroppe durch das Fehlen eines Querbands in den Bauchflossen und der Ausdehnung der Körperbestachelung bis auf den Schwanzflossenstiel bei Jungfischen und den meisten Adulten. Sie fehlt allerdings manchmal bei großen Männchen.


Quellenhinweise

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