Bachschmerle: Steckbrief, Biologie und Lebensraum

Die Bachschmerle ist ein Bodenfisch mit einer sesshaften Lebensweise. Sie bevorzugt schnell strömende Bäche und Flüsse.

Bachschmerle

Bachschmerle

Steckbrief Bachschmerle

  • Name: Bachschmerle (auch Bartgrundel genannt). Engl.: Stone loach
  • Wiss. Name: Barbatula barbatula
  • Ordnung: Karpfenartige (Cypriniformes)
  • Familie: Bachschmerlen (Nemacheilidae)
  • Gattung: Barbatula
  • Verbreitung: Europa
  • Lebensraum: schnell fließende Bäche und Flüsse
  • Nahrung: Insektenlarven, Kleinkrebsen, Schnecken, Fischeier
  • Verhalten: Schwarmfisch, nachtaktiv
  • Maximale Größe: 18 cm
  • Maximales Alter: 8 Jahre
  • Körperform: langgestreckt und spindelförmig, rund im Querschnitt
  • Körperfarbe: hellgrau mit dunklen Flecken
  • Maul: klein und unterständig mit 6 Barteln
  • Schuppen: sehr klein oder schuppenlos (Höhlenschmerlen)
  • Flossenformel: D III/6-8, A III/5-6
  • Geschlechtsreife: mit 1-2 Jahren
  • Laichzeit: März-Juni
  • Wirtschaftliche Bedeutung: aufgrund von geringer Größe als Speisefisch kaum bedeutend
  • Angelsport: wird als Köderfisch fürs Angeln auf Raubfische verwendet
  • Gefährdung: lokal durch Umweltverschmutzung gefährdet

Herkunft und Lebensraum

Die Bachschmerle, oft auch kurz Schmerle oder Bartgrundel genannt, ist ein europäischer Bodenfisch. Sie bewohnt schnell fließende Bäche und Flüsse am liebsten mit kiesigem bis sandigem Untergrund. Die Bachschmerle ist nachtaktiv und versteckts sich tagsüber unter Steinen oder Wurzeln. Seltener ist die Bachschmerle auch in den Uferregionen klarer Seen zu finden. In Deutschland wurde sie 1984 zum Fisch des Jahres ernannt.

Die Bachschmerle gilt als ein widerstandsfähiger Fisch, der gegenüber geringer Umweltverschmutzung relativ unempfindlicher ist. Bei größeren Gewässerbelastungen, z.B. mit Schwermetallen, reagiert sie wie alle anderen Arten auch und verschwindet. Nach Renaturierungsmaßnahmen und Verbesserung der Wasserqualität ist sie allerdings einer der ersten Fische, die im Gewässer wieder auftauchen.

Höhlen-Population der Bachschmerlen

Im April 2017 haben Hobby-Taucher im Sickerwasser der Donau im südlichen Baden-Württemberg eine Population von sogenannten Höhlenschmerlen entdeckt, die bis dahin unbekannt waren. Die Tiere leben in einem verzweigten Höhlensystem in völliger Dunkelheit und sind weitgehend pigmentlos, sodass ihre Blutgefäße durch die Haut schimmern. Auch ihre Augen sind zurückgebildet.

Höhlenschmerlen unterscheiden sich von oberirdischen Bachschmerlen durch das komplette Fehlen von Schuppen. Ihre Augen sind kleiner, die Nasenlöcher hingegen größer. Weiterhin haben sie um den Mund herum verlängerte Barteln, was ihnen eine verbesserte Fähigkeit zum Riechen und Schmecken verleiht. Es handelt sich bei Höhlenschmerlen um den ersten Höhlenfisch-Fund in Europa.

Wichtige Merkmale

Der Körper der Bachschmerle weist eine rundliche Form und eine hellgraue Farbe mit dunklen Flecken auf. Sie besitzt sehr kleine Schuppen und hat eine dicke Schleimhaut, über die sie einen Teil ihres Sauerstoffbedarfs aufnehmen kann. Darüber hinaus verfügt sie über die Fähigkeit der Darmatmung. Ihr Maul ist klein, unterständig und mit 6 Barteln versehen.

Wie groß wird eine Bachschmerle?

Die durchschnittliche Körpergröße der Bachschmerle liegt zwischen 8 und 12 cm. Selten werden einige Exemplare 18 cm groß.

Wie ernährt sich Bachschmerle?

Die Bachschmerle gehört zu nachtaktiven Fischen und begibt sich mit der Dämmerung auf Nahrungssuche. Sie ernährt sich von Kleinkrebsen, Insektenlarven, Egeln und Schnecken. Auch Fischlaich gehört auf ihren Speiseplan.

Fortpflanzung der Bachschmerle

Die Geschlechtsreife tritt bei Bachschmerle mit 1-2 Jahren ein. Die Laichzeit erstreckt sich von März bis Juni. Das Weibchen setzt ihre Eier im freien Wasser ab, oft nahe der Oberfläche. Die Eier haften an verschiedenen Substraten und werden oft von Sand oder Detritus bedeckt. Die Bachschmerle kann bis zu 8 Jahre alt werden.

Kulinarische Bedeutung

Wegen dem hohen Fettanteil und dem wohlschmeckenden Fleisch ist die Bachschmerle vor allem in Osteuropa ein beliebter Speisefisch. Dor wird sie aufgrund ihrer geringen Größe vor allem als Stockfisch verarbeitet. In Mittel- und Westeuropa ist Bachschmerle als Speisefisch wenig bedeutend.


Quellenhinweise