Maifisch im Fokus: Steckbrief, Biologie, Lebensraum

Der Maifisch ein europäischer Meeresfisch, der im Frühjahr zum Laichen in die Mittel- und Oberläufe größerer Flüsse hinauf wandert.

Maifisch (Alosa alosa)

Maifisch (Alosa alosa)

Steckbrief Maifisch

  • Name: Maifisch (auch Alse und Alose genannt). Engl.: Allis shad
  • Wiss. Name: Alosa alosa
  • Ordnung: Heringsartige (Clupeiformes)
  • Familie: Alosidae
  • Gattung: Alosa
  • Verbreitung: Europa
  • Lebensraum: Küstengewässer und Flussmündungen
  • Nahrung: Zooplankton, Wasserinsekten, Fischeier
  • Verhalten: Friedfisch, Schwarmfisch
  • Maximale Größe: 80 cm
  • Gewicht: 4,5 kg
  • Maximales Alter: 9 Jahre
  • Körperform: kegelförmig
  • Körperfarbe: dunkler, bläulich-grüner Rücken, silbrige Flanken mit bronzenem Schimmer
  • Maul: groß und endständig
  • Schuppen: mittelgroß und glatt
  • Flossenformel: D IV-V/13-17, A III/17-22, P I/13-15, V I/7-8
  • Geschlechtsreife: mit 3-8 Jahren
  • Laichzeit: im Mai-Juni
  • Wirtschaftliche Bedeutung: früher bedeutender Speisefisch, heute steht Maifisch fast überall unter Artenschutz
  • Kulinarische Qualität: schmackhaftes Fleisch mit hohem Fettgehalt und vielen Gräten
  • Angeln: mit Posenrute in Flussmündungen
  • Gefährdung: aufgrund von Überfischung und Verbau der Laichwanderwege akut gefährdet

Herkunft und Lebensraum

Der Maifisch kommt in den Küstengewässern Europas von der westlichen Ostsee bis ins Mittelmeer vor. Durch Überfischung, den Bau unpassierbarer Staustufen, die Maifische bei ihren Laichwanderungen nicht überwinden können, ist der einst sehr häufige Maifisch innerhalb von wenigen Jahrzehnten am Anfang des 19. Jahrhunderts aus den Flüssen Deutschlands verschwunden. Heute gibt es lediglich in Frankreich, Spanien und Portugal noch Maifisch-Populationen, die allerdings allesamt rückläufig sind.

Wichtige Merkmale

Maifische

Maifische. Bild: Maifisch, CC BY-SA 4.0

Der Maifisch ist ein typischer Vertreter der Heringsfamilie. Er hat keine Seitenlinie und einen etwas gerundeten Bauch. Der Kiemendeckel ist gerippt und die Schuppen sind groß. Der Rücken ist bläulich-grün und der Kopf bräunlich mit einem goldenen Schimmer. Die Flanken sind silbrig, manchmal mit einem bronzenen Farbton. Direkt hinter dem Kiemendeckel hat der Maifisch einen großen dunklen Fleck, hinter dem gelegentlich ein bis sechs kleinere Flecken zu sehen sind.

Wie groß wird ein Maifisch?

Maifische werden im Durchschnitt 30-50 cm. Selten erreichen manche Exemplare eine Körperlänge von 80 cm und das Gewicht von 4,5 kg.

Wie ernährt sich der Maifisch?

Der Maifisch ernährt sich hauptsächlich von Zooplankton, Wasserinsekten und deren Larven sowie im jungen Alter von Eiern anderer Fische.

Fortpflanzung der Maifische

Maifische gehören zu den anadromen Wanderfischen: Ab Mitte April bis Anfang Juni – hauptsächlich jedoch im Mai, daher der Name „Maifisch“ – wandern die geschlechtsreifen Maifische zum Laichen in die Mittel- und Oberlaufbereiche größerer Flüsse hinauf, um sich während der warmen Mainächte auf kiesigen Flussabschnitten fortzupflanzen. Das Weibchen kann zwischen 100.000 und 400.000 Eier ablegen. Die meisten Maifische sterben in der Regel nach dem Ablaichen.

Nach  vier bis fünf Tagen schlüpfen die Jungfische und driften im Herbst Richtung Flussmündung. Noch bevor sie ihr erstes Lebensjahr vollendet haben, wandern die mittlerweile 10 bis 15 cm langen jungen Maifische ins Meer und entwickeln sich dort, bis sie im Alter von 3 bis 8 Jahren die Geschlechtsreife erreichen und ihr Lebenszyklus von Neuem beginnt. Einige wenige Tiere schaffen es, bis zu 3 mal abzulaichen und ein Alter von 9 Jahren zu erreichen.

Erste Maifischzuchtanlage in Deutschland

Fischzuchtbetrieb

Fischzuchtbetrieb

Am 6. Juni 2012 wurde in Aßlar die erste Maifischzuchtanlage Deutschlands in Betrieb genommen. Die Maifischlarven und Eier stammen aus der im Frühjahr 2008 eröffneten Pilotanlage für die Maifischzucht im französischen Bruch. Im Jahre 2008 wurden dort circa 500.000 Maifischlarven gezüchtet und nach Deutschland transportiert. Die Pilotanlage soll dazu beitragen, die Haltungsbedingungen für Maifische in Zuchtanlagen zu optimieren, um zunehmend auf die Entnahme wildlebender Tiere für Besatzmaßnahmen verzichten zu können.

Weitere Maifischprojekte

Im Jahr 2016 wurde das vom Rheinischen Fischereiverband geleitete „länderübergreifende Maifischprojekt“ eingeleitet, das die Fortführung der Wiederansiedlungsmaßnahmen der Maifische sicherstellen soll. Als erste öffentliche Maßnahme fand 2017 ein Maifischbesatz mit ca. 200.000 Maifischlarven in Kripp an der Ahr-Mündung statt. 2021 wurden laut Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord in Koblenz ca. 500.000 Maifischlarven im Rhein in Vallendar (Landkreis Mayen-Koblenz) ausgesetzt.


Quellenhinweise

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