Zährte (Rußnase) im Detail: Steckbrief, Biologie, Habitat

Die Zährte ist ein aktiver Bodenfisch, der sauberes fließendes Wasser bevorzugt und den größten Teil seines Lebens auf der Suche nach Nahrung verbringt.

Zährte

Zährte. Bild: Vimba vimba, CC BY-SA 2.5

Steckbrief Zährte

  • Name: Zährte (auch Rußnase genannt). Engl.: Vimba bream
  • Wiss. Name: Vimba vimba
  • Ordnung: Karpfenartige (Cypriniformes)
  • Familie: Weißfische (Leuciscidae)
  • Gattung: Vimba
  • Verbreitung: Europa
  • Lebensraum: große Flüsse, Flussmündungen
  • Nahrung: kleine Wirbellosen, Muscheln, Schnecken, auch Algen und Wasserpflanzen
  • Natürliche Feinde: Zander, Hecht
  • Verhalten: friedlicher Schwarmfisch
  • Maximale Größe: 50 cm
  • Maximales Gewicht: 1,4 kg
  • Maximales Alter: 12 Jahre
  • Körperform: spindelförmig, leicht hochrückig
  • Körperfarbe: dunkelgrauer bis bläulicher Rücken, silbrige Flanken mit leichtem rötlichem Schimmer
  • Maul: stark unterständig
  • Schuppen: mittelgroß und glatt
  • Schuppenformel: SL 53-61
  • Flossenformel: D III/8, A III/17-20, P I/15, V II/9-10
  • Geschlechtsreife: mit 4-5 Jahren
  • Laichzeit: April-Juni
  • Wirtschaftliche Bedeutung: aufgrund von geringen Fangmengen als Speisefisch unbedeutend
  • Kulinarische Qualität: festes Fleisch mit vielen Gräten / geeignet fürs Backen, Braten, Grillen und als Stockfisch
  • Angelsport: beliebter Zielfisch beim Posenangeln im Fluss
  • Gefährdung: obwohl die Zährte von der IUCN als „nicht gefährdet“ eingestuft ist, reagiert sie sensibel auf Umweltverschmutzung

Herkunft und Lebensraum

Die Zährte lebt in Europa hauptsächlich in großen Flüssen mit langsamer Strömung. Große Zährte-Populationen gibt es in den Flusssystemen der Nordsee, Ostsee, des Schwarzen und des Kaspischen Meeres. Im Norden erstreckt sich ihr Verbreitungsgebiet bis nach Südfinnland und Südschweden. Gelegentlich kann sie auch in brackigen Gewässern beobachtet werden.

Lebensweise der Zährte

Zährte

Zährte. Bild: Vimba

Am aktivsten ist die Zährte im Sommer, wenn die Wassertemperatur auf 18-23 °C ansteigt. Sie mag kein trübes Wasser mit schlechter Sicht und ist besonders an Flussabschnitten mit kiesigem oder sandigem Boden interessiert. Hier ist sie in kleinen Schwärmen anzutreffen. Die Fische fressen den ganzen Tag über, sind aber in der Abenddämmerung besonders gefräßig.

Die Zährte versteckt sich gerne zwischen Steinen, Baumwurzeln und anderen Verstecken, die Schutz vor Fressfeinden bieten. In den Wintermonaten, wenn das Wasser abkühlt, wird die Zährte weniger aktiv und frisst seltener. Es handelt sich um eine anpassungsfähige Art, die je nach Jahreszeit und verfügbaren Ressourcen auf verschiedene Nahrungsquellen ausweichen kann.

Wichtige Merkmale

Die Zährte hat einen langgestreckten aber nicht zu schmalen Körper. Ihre Rückenflosse ist kurz und hoch. Die Afterflosse ist länglich, die Schuppen mittelgroß und sitzen dicht beieinander. Der Kopf ist länglich mit einer großen Nase und einem nach unten ausstehendem Maul, was darauf hindeutet, dass sich der Fisch seine Nahrung direkt auf dem Boden sucht. Vom Kopf bis zur Rückenflosse zieht sich eine schuppenlose Rinne.

Der Rücken der Zährte kann dunkelgrau bis bläulich gefärbt sein. Die Flanken sind heller mit einem rötlichen Schimmer. Der Bauch variiert von orangefarben bis hin zu silberweiß. Die Brust-, Bauch- und Afterflossen zeigen eine gelbliche Färbung. Während der Laichzeit verdunkelt sich der Rücken, die Schuppen werden glänzender und die Bauch- sowie Afterflossen nehmen eine leuchtend orangerote Farbe an.

Wie groß wird die Zährte?

Die Zährte wird im Durchschnitt etwa 20 bis 35 cm. Manche Individuen erreichen die Körpergröße von 60 cm und das Gewicht von bis zu 1.000 Gramm.

Wie ernähren sich Zährten?

Ausgewachsene Zährten ernähren sich hauptsächlich von Muscheln, Würmern, Schnecken und Insektenlarven. Zugleich verschmähen sie auch einige Arten von Algen und Wasserpflanzen nicht. Hier und wieder fressen Zährten auch Brut anderer Fische.

Fortpflanzung der Zährte

Geschlechtsreif wird die Zährte mit 4-5 Jahren. Das Laichen findet im Frühjahr von April bis Juni statt und kann zu langen Wanderungen von ihren ständigen Standorten flussaufwärts bis zu den Barbenregionen führen. Die Eiablage erfolgt hauptsächlich während der Nacht in flachen Uferbereichen mit Kies oder reichlich Pflanzenbewuchs. Die Größe von Weibchen und Männchen unterscheidet sich unwesentlich.

Insgesamt legt die Zährte zwischen 80.000 und 300.000 klebrige Eier mit einem Durchmesser von etwa 1,4 mm auf sandigem oder kiesigem Untergrund ab, auf dem sie haften bleiben. Nachdem die Eier befruchtet wurden, kehren die Zährten wieder zu ihren gewohnten Standorten zurück. Die Fischbrut erreicht in in Paar Monaten eine Länge von 2-3 cm und zieht in Schwärmen flussabwärts.

Fluss

Fluss

Kulinarische Bedeutung

Zährte gilt im Gegenteil zur Nase, mit der sie verwandt ist, als ein schmackhafter Fisch mit hohem kulinarischem Wert. Ihr Fleisch enthält viel Eiweiß und nur 88 Kilokalorien. Es ist zart, saftig und hat eine feste Struktur. Man kann sie braten, backen, Suppe kochen, aber besonders geschätzt wird es in getrockneter und geräucherter Form. Leider hat die Zährte viele Gräten, die ihre kulinarische Bedeutung etwas abwerten.

Zährte angeln

Obwohl die Zährte in Deutschland fast überall ganzjährig geschützt ist, wird sie in verschiedenen Regionen in Europa oft und gerne gefangen. Am besten stellt man ihr im Frühjahr nach, wenn die Fische sich in flachere Bereiche des Gewässers auf die Suche nach Nahrung begeben oder zum Laichen flussaufwärts ziehen. Vor dem Laichen beginnen die Zährten zu fressen und beißen am besten.

Optimale Tageszeit zum Angeln ist der frühe Morgen und der spätere Abend. Der Fisch wird hauptsächlich mit Grund- bzw. Feeder-Montagen gefangen. Als Köder eignen sich Maden, Würmer und im Sommer auch Mais, Erbsen und Teig. Beim Angeln sollte man die Köderposition berücksichtigen, der entweder auf dem Boden liegen oder ganz dicht darüber schwebend präsentiert werden soll.