Angeln bei niedrigem Wasserstand

Niedriger Pegel im Sommer bedeutet für den Angler nichts Gutes: Unter Wasser wird es immer enger und wegen der Algenblühte sauerstoffarmer. Als Resultat bekommen viele Raubfische Beißhemmung.

Hotspots beim Niedrigwasser

Besonders strömungsstarke Stellen an Buhnenköpfen sind die Hotspots schlechthin beim niedrigen Pegel. Hier ist das Wasser durch die Verwirbelungen besonders stark mit Sauerstoff angereichert, sodass die Fische buchstäblich durchatmen können. Weiterer Vorteil der Buhnenköpfe ist, dass sie bei uns in allen großen Flüssen vorkommen und somit jedem Angler – dem Einsteiger wie Profi – eine Chance anbieten, auch bei schwierigen Bedingungen einen Fisch zu fangen.

Elbufer beim niedrigen Wasserstand

Elbufer beim niedrigen Wasserstand

Andere vielversprechende Angelstellen, die bei niedrigem Wasserstand ebenso viel Strömung bündeln und auf Fische anziehend wirken, sind z.B. Brückenpfeile, die direkt in der Strömung stehen, und vor allem Wehre. Die letzten sind für die Fische gerade im Hochsommer fast wie eine Kur – mehr Sauerstoff als unmittelbar unter einem Wehr kann nirgendwo sonst im Fluss ins Wasser gelangen.

Physiologie der Fische beachten

Sommerhecht

Sommerhecht

Man sollte bedenken, dass gerade kapitale Fische bei hohen Wassertemperaturen und verringertem Sauerstoffgehalt eine „lange Leitung“ haben und deshalb aus ihrer Starre regelrecht raugeholt werden müssen. Daher sollte man sich im Hochsommer eine andere Angeltaktik als sonst überlegen. Anstatt z.B. entlang des Ufers zu ziehen, sucht man sich jetzt am besten eine einzige gute Stelle und beangelt sie lange Zeit, wenn es sein muss auch den ganzen Tag hindurch. Pausen dazwischen sind aber natürlich erlaubt.

Die Gunst der Stunde nutzen

Extrem niedriger Wasserstand hat für den Angler neben den oben kommunizierten Nachteilen zugleich einen entscheidenden Vorteil: Erst jetzt können wir die Bodenstrukturen in einem Fluss richtig ausforschen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse wird man später beim Durchschnittspegel – die meiste Zeit im Jahr – sehr effektiv anwenden können.

Folgende Aufnahmen wurden an der Elbe um Wittenberge beim Wasserpegel von 80 cm gemacht, was an diesem Elbausschnitt etwa alle 30 Jahre passiert. Selbst auf den Fotos erkennt man Unregelmäßigkeiten in den Bodenstrukturen, die durch die Strömung geschaffen werden und die beim normalen Wasserstand unsichtbar sind.

Niedriger Pegel an der Elbe

Niedriger Pegel an der Elbe

Niedriger Wasserpegel an der Elbe

Niedriger Wasserpegel an der Elbe

Stepenitz und Karthane in Wittenberge bei Niedrigwasser

Stepenitz und Karthane in Wittenberge bei Niedrigwasser

Niedrigwasser an der Elbe

Niedrigwasser an der Elbe

Buhnenkopf beim Niedrigwasser

Buhnenkopf beim Niedrigwasser

Niedrigwasser an der Elbe

Niedrigwasser an der Elbe

Niedrigwasser an der Elbe bei Wittenberge

Niedrigwasser an der Elbe bei Wittenberge

Elbe bei Niedrigwasser

Elbe bei Niedrigwasser

Bierflasche im Wasser

Bierflasche im Wasser

Neben den in Steinpackungen verloren gegangenen Ködern, die das Niedrigwasser freigibt, trifft man am Ufer immer wieder auf eine Überraschung. So wie diese noch volle und dichte Bierflasche, deren Inhalt nach dem Öffnen immerhin noch anständig gerochen hat. Die Marke wird hier natürlich nicht weiter kommuniziert.

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