Baitcastrollen: Kauftipps, Test & Vergleich 2019

Baitcaster sind kleine Multirollen, die speziell für das leichte Spinnfischen entwickelt wurden. Dabei müssen diese Angelrollen bestimmten Qualitätskriterien entsprechen, die im Folgenden erläutert werden.

Entspannte Handhabung

Multirolle

Multirolle (Bild: Eugene Onischenko/Shutterstock.com)

Die Baitcastrolle stammt von der klassischen Multirolle, die zum Angeln großer Meeresfische beim Schleppen eingesetzt wird. Wegen ihrer praktischen Handhabung und dem unmittelbaren Köderkontakt, entwickelten amerikanische Angler auf Basis einer Multirolle ein neues kleines und feinmechanisches Modell, das fürs Schwarzbarsch-Angeln gedacht war. Da der Schwarzbarsch in den USA sehr weit verbreitet und sowas wie ein Volksfisch ist, flossen und fließen entsprechend viel Mittel in die Entwicklung der Multirollen.

Die Baitcastrollen von heute sind kleine Uhrwerke, die ausgefeilt konstruiert sind und überaus präzise wie zuverlässig arbeiten. Auch in europäischen Gefilden werden die Baitcaster immer beliebter. Sie sind kleiner, leichter und kompakter als die Stationärrollen und dadurch besonders bei jungen Anglern sehr beliebt. Man kann eine Baitcastrolle mitsamt der Rute sehr bequem in der Handfläche festhalten, sodass das Fischen über längere Zeiträume hinweg ganz entspannt bleibt. Zielfische beim Angeln mit Baitcaster sind vor allem Barsche, Hechte und Zander.

Perfekte Köder-Kontrolle

Bisserkennung mit der Baitcaster

Bisserkennung mit der Baitcaster

Baitcastrollen sind grundsätzlich anders konstruiert als ihr Konterpart – die stationären Rollen. Im Gegensatz zum umgelenkten Schnurabzug, wie es bei Stationärrollen üblich ist, besitzen die Baitcaster eine Direktverbindung zum Köder. Daraus ergibt sich ein wesentlicher Vorteil – die sofortige Köderkontrolle, sobald dieser die Wasseroberfläche berührt hat. Bei einer Stationärrolle dagegen muss zunächst der Bügel zugeklappt und anschließend die schlaffe Angelschnur gespannt werden, um den Köderkontakt herzustellen. Wenn der Fisch genau in diesem Augenblick zubeisst, bekommt man es nicht mit und kann nicht mit einem Anschlag kontern. Fischverlust ist vorprogrammiert.

Besonders gut eignen sich Baitcast-Rollen für die Führung von Gummifischen, Blinkern und Wobblern. Erfahrene Angler halten beim Fischen mit einer Baitcastrolle ihren Zeigefinger zunächst direkt an der Angelschnur – so lassen sich auch kleinste Anfasser gut erkennen. Mit einer Stationärrolle wäre solch eine präzise Bisskontrolle ihrer Konstruktion wegen unmöglich.

Sechs Baitcastrollen im Vergleich

Eine hochwertige Baitcasting-Rolle muss nicht automatisch sehr viel Geld kosten. Es ist oft gar nicht notwendig, einige hundert Euro fürs Angelzubehör auszugeben, wenn man nur ausführlich genug verschiedene Modelle miteinander vergleicht. Wir haben Baitcastrollen ausgesucht, die ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten und der kritischen Prüfung der Angler-Community standhalten. Alle Rollen kosten zwischen 40 und 110 Euro und repräsentieren somit das mittlere Preissegment, das nicht nur für Hobby-Angler optimal geeignet ist. Die wichtigsten Eigenschaften der einzelnen Modelle sind in folgender Tabelle konsolidiert, so dass Sie sich schnell das passende Gerät aussuchen können.

KastKing® SpartacusPreis-Leistung Tipp SPRO Cimca Baitcast LH 6000 Shimano Corvalus 401 LH Abu Garcia Ambassadeur Lixada Fly High Speed WFT Penzill Baitcast
Gewicht 205 g 213 g 335 g 224 g 256 g 185 g
Übersetzung 6.3:1 6.2:1 5.2:1 6.4:1 6.3 6.5:1
Kugel-/Walzlager 11+1 5+1 3 3+1 12+1 13+1
Bremssystem 12 lb k.a k.a k.a k.a
Schnurfassung 0.28mm/115m 0,35mm/140m 0,35mm/270m 0,30mm/145m k.a 0,20mm/330m
Ersatzspule keine keine keine keine keine vorhanden
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Zusammenspiel mit Baitcastrute

Die Abstimmung zwischen Rute und Rolle ist beim Baitcasting wichtiger als beim konventionellen Spinnfischen. Das Zusammenwirken der Baitcastrolle mit einer Baitcastrute, die zur besseren Handhabung idealerweise den sogenannten Triggergriff besitzt, ermöglicht beeindruckend weite und zugleich zielgenaue Würfe. So können Jerkbaits oder diverse andere Wobbler noch auf langer Distanz punktgenau platziert werden.

Bremssysteme der Baitcast-Rollen

Bremssysteme der Baitcast-Rollen

Bremssysteme der Baitcast-Rollen

Während Stationärrollen in der Regel über eine einzige Bremse verfügen, die für das Haken und das Drillen der Fische eingesetzt wird, besitzen Baitcastrollen mindestens zwei Bremssysteme: Ein System wirkt gegen das fliehkraftbedingte Überdrehen der Spule beim Auswurf und das zweite Bremssystem reguliert den Widerstand des Schnurabzugs beim Anschlagen und im Drill.

Tipp: Achten Sie beim Kauf einer Baitcastrolle unbedingt auf die Spule, die besonders leicht sein sollte. Durch wenig Eigenmasse wird ihre Trägheitskraft beim Auswurf gering sein, sodass die Spule sich auch bei locker eingestellten Bremse nicht so schnell überdreht, wodurch nicht nur die verhassten „Perücken“ vermieden sondern auch die Wurfweite vergrößert wird.

Es gibt allerdings noch die dritte Brems-Möglichkeit, die besonders erfahrene Baitcast-Angler sehr gerne in Anspruch nehmen: Der Einsatz des Daumens als Bremse. So hat man gerade beim Auswurf oder im Drill ein gutes Gespür für den Schnurabzug und kann die Bremswirkung intuitiv und blitzschnell den gegebenen Umstände anpassen.

Baitcastrolle vs. Stationärrolle

In folgender Tabelle listen wir die wichtigsten Kriterien der beiden Rollen-Modelle auf und erläutern deren Vor- und Nachteile.

KRITERIUM Baitcastrolle STATIONÄRROLLE
Komfort im Umgang + + +
Baitcastrolle ist sehr handlich im Umgang: Die eine Hand kurbelt, die andere nimmt die Rolle in die Handfläche und hält somit auch die Rute fest. Das Fischen bleibt dabei über lange Zeit hinweg entspannt.
+ +
Die Rutenhaltung und das gleichzeitige Kurbeln übt beim längeren Angeln mit einer Stationärrolle wegen den großflächigen Drehbewegungen hohe Belastung auf das Handgelenk aus.
Passende Rute + +
Zu Baitcastrollen passen am besten spezielle Ruten mit Triggergriff und sehr eng am Rutenblank sitzenden Ringen.
+ + +
Zu Stationärrollen passen alle konventionellen Ruten.
Bremssystem + + +
Eine Baitcastrolle hat mindestens 2 Bremssysteme:
1. Gegen die Überdrehung der Spule beim Auswerfen. Die Handhabung dieses Bremssystems ist etwas kompliziert.
2. Zur Regulierung des Widerstands beim Haken und beim Drillen der Fische. Der Umgang mit dieser Bremse ist einfach und noch flexibler als bei einer Stationärrolle.
+ + +
Stationärrollen verfügen in der Regel über eine einzige Bremse, die das Haken und das Drillen der Fische ermöglicht. Die Handhabung des Bremssystems ist einfach.
Wurfweite + +
Mittels kontrollierter Drehung der Spulenachse bremst eine Baitcastrolle den Köder nach dem Auswerfen im gesamten Flug etwas ab. Dadurch wird der Köder im Flug stabilisiert, sein Flattern und somit die Verwicklungen der Schnur werden verhindert. Allerdings verkürzt sich auch die Wurfweite etwas.
+ + +
Bei einer Stationärrolle nimmt der Köder nach dem Auswurf die Schnur von der Spule ohne Widerstand auf. Der Köder fliegt also sehr weit aber auch unstabil. Dabei kommt oft vor, dass der Köder im Flug zu flattern beginnt. Dadurch verfängt sich die Schnur oder das Vorfach häufig in den Drillingen.
Wurfpräzision + + +
Eine Baitcastrolle verlangt nach einem gleichmäßig beschleunigten Wurf. Um diesen zu bewerkstelligen, braucht man viel Platz. Dabei fängt die Schwungbewegung hinten langsamer an und beschleunigt sich zum Auswurf. Dadurch ist die Wurfpräzision bei Baitcastrollen wesentlich höher als bei Stationärrollen.
+ +
Eine Stationärrolle erlaubt kurze und stark ruckartige Würfe, die auch in eingeschränkten räumlichen Verhältnissen, (z.B. zwischen Bäumen) getätigt werden können. Die Präzision der Würfe ist aber nicht optimal.
Wurfgewicht + +
Eine Baitcastrolle braucht immer ein Mindestwurfgewicht, um überhaupt in Bewegung zu kommen und dadurch die Schnur entsprechend freizugeben. Mit weniger als 7 Gramm Ködergewicht ist bei den meisten Baitcastrollen nichts zu holen.
+ + +
Die leichtesten Köder (1-5 g) lassen sich mit einer Stationärrolle und der passenden Rute immer noch anständig auswerfen, da die Spule einer Stationärrolle beim Auswurf fest fixiert ist und die Schnur ohne Widerstand abgegeben wird.
Gegenwind +
Bei einer Baitcastrolle überschlägt sich die Spule beim Auswerfen gegen den Wind häufig und bildet die lästigen „Perücken“.
+ + +
Das Auswerfen des Köders beim Gegenwind ist mit einer Stationärrolle unproblematisch möglich.
Köderkontakt + + +
Bei einer Baitcastrolle gibt es beim Schnureinzug keine Umlenkungen. Die Schnur verbindet den Köder und die Spule unmittelbar miteinander. Der Köderkontakt ist direkt und sehr gut spürbar.
++
Bei einer Stationärrolle kommt die Schnur beim Einkurbeln nicht direkt auf die Spule sondern wird erst mithilfe des Fangbügels durch eine konstruierte Umlenkung in einem 90° Winkel aufgespult.
Vertikal-Angeln + + +
Fürs Vertikal-Angeln mit Baitcastrolle braucht man nur eine Hand: Mit einem einzigen Tastendruck wird der Köder sofort auf die notwendige Tiefe befördert.
+
Fürs Vertikal-Angeln mit Stationärrolle braucht man beide Hände: Beim Tiefenwechsel Bügel umklappen, Schnur abgeben und den Bügel wieder zuklappen.
Robustheit + + +
Eine Baitcastrolle ist viel kompakter und bündiger gebaut als die Stationärrolle. Auch bei häufiger aktiver Nutzung bleibt sie länger unbeschädigt.
+ +
Eine Stationärrolle hat groß geformte sensible Details (z.B. Fangbügel), die herausragen und somit in der Praxis leichter beschädigt werden können.
Wartung + +
Die Baitcastrolle verlangt nach einer öfteren und aufwendigeren Wartung, da sie komplexe feinmechanische Mechanismen besitzt.
+ + +
Die Wartung einer Stationärrollen ist relativ einfach und kann in größeren Zeitabständen durchgeführt werden.

Angeltechniken zum Fischen mit Baitcastrolle

Vertikalangeln vom Boot

Vertikalangeln vom Boot

Neben dem klassischen Spinnfischen vom Ufer setzen vor allem Profi-Angler die Baitcastrollen sehr gerne beim Vertikalangeln vom Boot ein. Welche Vorzüge es hat, erfahren Sie hier.

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