Blobfisch: Alles über den Fisch

Der Blobfisch wird als der traurigste und auch mal hässlichste Tier bezeichnet. Zugleich ist er einer der interessantesten Tiefseebewohner.

Allgemeines über Blobfisch

  • Name: Blobfisch (Anglerfisch). Engl.: Blobfish
  • Wissenschaftlicher Name: Psychrolutes marcidus
  • Ordnung / Familie: Barschartige / Dickkopf-Groppen
  • Vorkommen: Südwestpazifik
  • Habitat: Tiefen von 600 bis 1200 m
  • Max. Größe: 60 cm
Blobfisch

Blobfisch

Herkunft des Blobfisches

Diese merkwürdig aussehende Fischart lebt in den tiefen Meeresgewässer vor der Küste Australiens, Tasmaniens und Neuseelands. Entdeckt wurde sie im Jahr 1926: Australische Fischer fingen eine seltsame Kreatur mit einer nasenartigen Wucherung am vorderen Ende des Kopfes und menschenähnlichen Augen bzw. Zügen. Weil der Blobfisch in unzulänglichen Tiefen lebt, wurde er seit seiner Entdeckung kaum erforscht.

Dieser Fisch hat keine Schuppen und ist mit einer gallertartigen Masse überzogen, die es ihm ermöglicht, dem immensen Druck der Tiefsee problemlos standzuhalten. In seinem Habitat ist der Druck 100-mal höher als an der Wasseroberfläche. Die Körperdichte des Blobfisches ist geringer als die des Wassers, sodass er sich in großen Tiefen sehr wohl fühlt und mit minimalem Energieaufwand schwimmen kann.

Warum sieht Blobfisch traurig aus?

Die kleinen und weit voneinander sitzenden Augen, hängende Nase und die nach unten gezogenen Mundwinkeln lassen den Blobfisch aussehen, als wäre er das traurigste Geschöpf dieser Welt. Zugleich bekommt er dieses markante Aussehen erst unter der Schwerkraft, wenn er an die Oberfläche gezogen wird. Im Wasser sind diese Merkmale viel weniger ausgeprägt.

Merkmale des Blobfisches

Der Körper des Blobfisches ist massiv und beginnt mit einem großen Kopf, der nahtlos in einen sich verjüngenden Torso übergeht. Er ist nicht mit Schuppen bedeckt, sondern hat Wucherungen in Form von kleinen Stacheln, die in ihrer Anzahl variieren können. Die Körperfarbe des Blobfisches reicht von rosa-braun bis dunkelbraun, wobei die Jungtiere einen helleren Farbton aufweisen.

Die am stärksten ausgeprägten Flossen sind beim Blobfisch die Brustflossen. Die Schwanzflosse ist relativ klein. Die Rückenflosse hat acht Stacheln und 20 Sonnenstrahlen. Ein weiteres Merkmal dieses Tiefseebewohners ist das Fehlen einer gasgefüllten Schwimmblase. Auch hier hat die Natur vorgesorgt, denn in großer Tiefe und unter immensem Druck würde die Schwimmblase einfach implodieren.

Der ungewöhnlichste und bemerkenswerteste Teil des Körpers des Blobfisches ist sein Kopf. Er hat kleine Augen und einen Auswuchs dazwischen, der an eine hängende menschliche Nase erinnert. Diese Nase tritt jedoch nur bei Fischen auf, die an die Oberfläche gebracht werden – in ihrem natürlichen Lebensraum ist sie nicht ausgeprägt. Der Mund des Blobfisches ist sehr breit und hat helle, fleischige Lippen.

Lebensweise des Blobfisches

Tiefsee

Tiefsee

Viele Ichthyologen glauben, dass der Blobfisch eine einzelgängerische Lebensweise bevorzugt und kann als echter Phlegmatiker bezeichnet werden: In seinem Habitat verbringt er die meiste Zeit in einem bewegungslosen Zustand. Während seines gesamten Lebens schwimmt der Blobfisch selten auch nur 1-2 km von seiner gewohnten Standort weg. Nur zur Paarungszeit wird er aktiv und bewegt sich deutlich mehr.

Nahrung und Fressverhalten

Die Nahrung des Blobfisches besteht aus Plankton, Mollusken, Krebsen, Garnelen und Seeigel. Es wird angenommen, dass der Fisch hauptsächlich ein passives Jagdverhalten hat, indem er einfach mit weit geöffnetem Maul an einer Stelle verharrt und darauf wartet, bis seine Beute in die Sichtweite kommt.

Vermutlich kann er die Beute dank seinem guten Sehvermögen noch auf Entfernung ausmachen und sie in sein Maul „lotsen“. Durch sein träges Jagdverhalten verbraucht er nur wenig Energie, was wiederum ein evolutionärer Vorteil ist.

Fortpflanzung des Blobfisches

Da die Blobfische nur wenig erforsch sind, gibt es kaum Erkenntnisse über die Zeit und den Vorgang ihrer Paarung. Allerdings werden sie als sehr fürsorgliche Eltern beschrieben. Es wurde beobachtet, wie sie ihre Eier bis zum Schlüpfen bewachen. Nach dem Schlüpfen bleiben die Eltern bei den Jungtieren etwa 3 Monate lang und kümmern sich sehr fürsorglich um den Nachwuchs bis die Kleinen selbständig werden.

Kulinarische Bedeutung

Die kulinarischen Qualitäten des Blobfisches sind kaum erforscht. In den europäischen Restaurants findet man ihn nicht auf der Speisekarte. Für Europäer ist sein Fleisch geschmacklos und wenig genießbar. Anders in Asien (vor allem China und Japan), dort gilt er als Delikatesse und wird für viel Geld verkauft. Offenbar ist der überteuerte Preis weniger auf den Geschmack des Fisches sondern auf seine Seltenheit zurückzuführen .

Video des Blobfisches

Da es wegen dem notwendigen immensen Wasserdruck sehr schwierig ist, für den Blobfisch künstliche Lebensbedingungen zu schaffen, wird er selten in Aquarien gehalten. Sehen Sie im folgenden Video einen Blobfisch aus dem Fukushima-Ozeanarium in Japan.

Gefährdung des Blobfisches

Das Fleisch des Blobfisches hat kaum eine kommerzielle Bedeutung. Dennoch gerät er beim industriellen Fischfang in Tiefsee immer öfter in die Schleppnetze, die am Boden entlang gezogen werden und einfach alles mitreißen. Aus diesem Grund und weil der Tiefsee immer mehr verschmutz und wegen dem Klimawandel auch wärmer wird, gilt er in den meisten Regionen als gefährdet.

Fischlexika und -Atlanten

Falls Sie sich für die mannigfaltige Tierfauna der Meere, Seen oder Flüsse interessieren, empfehlen wir Ihnen folgende Bücher*, die neben herausragenden Fotos und detailgetreuen Zeichnungen auch Informationen über die einzelnen Fisch- und Tierarten anbieten:
  1. Gefährliche Meeresfische
  2. Was lebt im Mittelmeer?
  3. Süßwasserfische Europas
  4. Fische Krebse Muscheln
  5. Heimische Gewässer


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