Alles über Krabben

Krabben bilden mit über 6.000 Arten eine der größten Ordnung der Krebstiere und leben in allen Weltmeeren so wie auch im Süßwasser.

Allgemeines über Krabben

Krabbe

Krabbe

  • Name: Krabben. Engl.: crabs
  • Wissenschaftlicher Name: Brachyura
  • Klasse / Ordnung: Höhere Krebse / Zehnfußkrebse
  • Vorkommen: alle Weltmeere
  • Habitat: Meeresgrund

Herkunft und Lebensraum der Krabben

Krabben sind eine große Gruppe aquatischer und semiaquatischer Tiere, die zu den Gliederfüßern gehören. Sie weisen eine unglaubliche Vielfalt auf: Über 6.000 dieser Tiere sind in 93 Familien zusammengefasst, was die Hälfte der gesamten Unterordnung der Pleocyemata ausmacht. Von ihren Verwandten, den Krebsen, Garnelen, Hummern und Langusten unterscheiden sich die Krabben durch ihren deutlich kürzeren Bauch, der unter dem breiten Rumpf versteckt ist. Dadurch erhalten sie eine spezifische, erkennbare Form.

Alle Krabben beziehen ihren Sauerstoff genauso wie die Fische aus dem Wasser, können aber lange Zeit auf dem Trockenen bleiben – solange ihre Kiemen in der Zwischenzeit nicht völlig austrocknen. Sie haben sich an fast jede Umgebung angepasst – in den eisigen Gewässern der Antarktis, in kochenden Geysiren auf dem Meeresgrund und sogar auf Felsen fernab des Wassers.

Lebensweise der Krabben

Die meisten Krabbenarten leben im Meer, einige aber auch im Süßwasser oder an Land. Ihr Aktivitätsrhythmus wird hauptsächlich von den vorherrschenden Strömungen bzw. Gezeiten und der Tageszeit bestimmt, mit höchster Agilität bei Flut und in der Nacht. Doch manche Individuen gehen auch während der Zeiten geringer Aktivität auf Nahrungssuche.

Bei Ebbe wandern viele Krabben entweder mit dem zurücklaufenden Wasser ab oder suchen sich am Strand Verstecke. So verkriechen sie sich z.B. unter Steinen oder Seetangbüscheln oder graben sich in den Boden ein. Dabei überstehen sie auch ein mehrstündiges Trockenfallen unbeschadet, da ihre Kiemenhöhlen die Feuchtigkeit gut halten können.

Interessante Fakten über Krabben

Krabbe

Krabbe

  • Viele Krabben-Arten können längere Zeit an Land überleben. Anstatt des Wasserstromes können die Krebstiere dann mit den sogenannten Scaphognathiten (Strukturen der Mundwerkzeuge) einen Luftstrom erzeugen und so ihre Kiemen mit neuem Sauerstoff versorgen.
  • Eine Krabbe kann eine Gliedmaße durch Raubtiere oder einen Kampf mit Artgenossen verlieren, die allerdings bald wieder nachwächst. Diese Lebewesen sind in der Lage, verloren gegangene Körperteile nachwachsen zu lassen, wie es auch Seesterne tun.
  • Manche Krabben schützen sich, indem sie eine Anemone auf ihrem Panzer platzieren. Sie tarnt den Wirt und kann sogar die Raubtiere verjagen, indem sie diese sticht. Solche Symbiosen gehen verschiedenen Krabben-Arten mit einigen Meeresbewohnern ein.
  • Diverse andere Krebsarten haben einen krabbenähnlichen Körperbau und werden dementsprechend so genannt, insbesondere die Familie der Stein- und Königskrabben. So werden in Norddeutschland, im Gegensatz zur zoologischen Gepflogenheit, auch Garnelen als „Krabben“ bezeichnet.

Wie schmecken Krabben?

Der Geschmack von Krabben wird durch ihren Lebensraum bestimmt – genauer gesagt durch die Eigenschaften des Wassers, in dem sie leben. Im Allgemeinen ist das Krabbenfleisch etwas süß, zart, nicht zu fett aber fleischig mit einer leicht nussigen Note. Einige Krabbenarten gelten als Delikatesse wie z.B. Tiefseekrabben und die Japanischen Riesenkrabben.

Anatomische Merkmale

  • Krabben haben einen zu einer kurzen Schwanzplatte umgebildeten Hinterleib. Bei den Weibchens ist oft rundlich und breit, beim Männchen ist es eher dreieckig und schmal.
  • Umgeklappt liegt der Hinterleib unter dem Kopfbruststück. Der dadurch gebildete Zwischenraum dient den Weibchen als Brutraum.
  • Das erste Beinpaar des Rumpfes ist bei den Krabben zu großen Scheren umgebildet, die Augen sitzen auf Stielen.
  • Die Färbung der Krabbe ist vor allem abhängig vom Habitat, Alter und der Zeit, die seit der letzten Häutung vergangen ist.
  • Bei vielen Krabben ist eine Schere meist mehr oder weniger massiger entwickelt und wird im deutschen Sprachraum häufig als „Knackschere“ bezeichnet.
  • Die zur Geruchswahrnehmung dienenden zwei Antennenpaare sind bei den meisten Krabben relativ kurz. Die ersten Antennen werden oft schräg in die speziell dafür entwickelten Spalten geklappt.

Fortbewegung der Krabbe

Krabbe

Krabbe

Die Krabbe kann sowohl vorwärts als auch seitwärts laufen. Dabei streckt sie abwechselnd ihre Laufbeine aus und beugt sie. Die Krallen der Beine wirken wie Pflöcke, die in den Boden ragen. Der Körper wird beim Gehen durch das Gewicht gestützt. Die Geschwindigkeit der Krabbe in gerader Linie erreicht fast 2 km/h. In der Regel bewegt sich die Krabbe jedoch im Zickzack, und die pro Tag zurückgelegte Strecke beträgt nicht mehr als 10-13 km.

Da Krabben auf der Suche nach Nahrung oft in Schwärmen wandern, bewegen sich einzelne Tiere dabei immer wieder mal in verschiedene Richtungen, sodass die Geschwindigkeit des gesamten Schwarms nur etwa 2-4 Kilometer pro Tag beträgt.

Wie ernähren sich Krabben?

Die meisten Krabben sind in ihrer Kost nicht wählerisch: Sie fressen praktisch alles, was mit den Scheren überwältigt werden kann, zum Beispiel verschiedenste Weichtiere, Vielborster, Nesseltiere, Stachelhäuter, Fische und andere Krebstiere. Hartschalige Beutetiere wie Muscheln und Schnecken werden vorher mit der Knackschere aufgebrochen. Auch vom Aas halten sich viele Krabben-Arten nicht zurück.

Auf der Suche nach Nahrung bilden Krabben riesige Schwärme und bewegen sich das ganze Jahr über in ihrem Wandergebiet. Die Größe dieser Gebiete kann 200 Kilometer betragen. Einige Krabben lösen sich von ihrem Schwarm und ziehen in Schwärme benachbarter Gebiete. Der Grund für diese Übergänge ist die starke Konkurrenz um Nahrung. Oft ziehen die Tiere in Gebiete, in denen mehr Fischfang betrieben wird. Dort geht die Zahl der Krebse durch den Fischfang deutlich zurück und der Wettbewerb um Nahrung nimmt ab.

Fortpflanzung der Krabben

Bei den Paarungszeiten gibt es angesichts des großen Verbreitungsgebiets der Krabben starke regionale Unterschiede. In manchen Gegenden kann man das ganze Jahr über Eier tragende Weibchen finden. Unter weniger günstigen Bedingungen gibt es definierte Paarungszeiten, in denen sich die Weibchen an bestimmten Orten sammeln, um begattet zu werden. Hier warten sie auf die Männchen, zwischen denen es dann meist zu Kämpfen kommt. Bei vielen Arten findet die Begattung nur dann statt, wenn sich das Weibchen häutet. So tragen die Männchen ein einmal gesichertes Weibchen bis dahin mit sich herum und müssen sie eventuell nochmal vor Konkurrenten verteidigen.

Krabbe

Krabbe

Bedeutung von Krabben

Seit prähistorischen Zeiten essen die Menschen Krabben. Heute verzehren Liebhaber von Meeresfrüchten auf der ganzen Welt etwa 1,5 Millionen Tonnen Krabben pro Jahr. Krabbenfleisch ist reich an Eiweiß, was es zu einem äußerst nahrhaften Lebensmittel macht. Er enthält auch Vitamin B12 und entzündungshemmende Stoffe.
Krabbenfleisch wird zur Vorbeugung von Herzkrankheiten und zur Senkung des Blutdrucks empfohlen.

Doch Krabben sind nicht nur wirtschaftlich von großer Bedeutung, sie sind fungieren auch als unverzichtbare Sanitäter ihrer Habitate. Ihr Beitrag ist besonders groß in tropischen Ländern, wo Heerscharen dieser unermüdlichen Tiere schnell zersetzende organische Abfälle vernichten. Dank ihnen wird das Risiko der Ausbreitung schädlicher Infektionen drastisch reduziert.



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