Zwergwels: Alles über den Fisch

Bis auf seine Größe ist der Zwergwels unserem Europäischen Wels sehr ähnlich. Obwohl er aus Amerika stammt, fühlt er sich auch in Deutschland immer heimischer.

Allgemeines über Zwergwels

Zwergwels (Ameiurus nebulosus)

Zwergwels (Ameiurus nebulosus)

  • Name: Zwergwels (auch brauner Katzenwels genannt). Engl.: brown bullhead
  • Wissenschaftlicher Name: Ameiurus nebulosus
  • Familie / Gattung: Katzenwelse / Ameiurus
  • Vorkommen: Südosten der USA; mittlerweile auch in Europa
  • Habitat: stehende und langsam fließende Gewässer
  • Max. Größe / Gewicht: 60 cm / 4 kg
  • Max. Lebenserwartung: 10 Jahre
  • Gefährdung: nicht gefährdet

Herkunft und Ausbreitung

Ursprünglich in den USA beheimatet, wurde der Zwergwels Anfang des 20. Jahrhunderts in Westeuropa eingeführt, wo er sich er in einigen lokalen Gewässern ausbreitete und von dort aus in zahlreiche Flusssysteme gelangte. Heute gilt der Zwergwels in Deutschland als invasive Spezies, weil sie kaum Ansprüche an das Wasserqualität stellt und wegen ihrem Fressverhalten Laich und Brutfische anderer Arten dezimiert.

Lebensraum des Zwergwelses

Der Zwergwels lebt bevorzugt in Flüssen mit langsamer Strömung und in stehenden (gelegentlich leicht brackigen) Gewässern mit viel Schlamm auf dem Grund, in dem er sich gerne eingräbt. Die kleinen Welse bevorzugen flache Stellen in Ufernähe mit starker Vegetation. Sie gehören zu sehr widerstandsfähigen und unprätentiösen Fischen, die selbst in kleinen Seen mit sehr niedrigen Sauerstoffgehalt gedeihen, wo andere Arten nicht überleben können.

Wie groß werden Zwergwelse?

Seinem Namen gerecht wird der Zwergwels nicht sehr groß. Wenn man ihn mit seinem Europäischen Verwandten vergleicht, ist er ein Winzling: Die meisten gefangenen Exemplare sind in der Regel nicht schwerer als 100-200 Gramm. In den USA wurden allerdings schon Zwergwelse mit dem Gewicht von 4 Kilogramm bei einer Länge von etwa 60 cm gefangen, was allerdings extrem selten passiert.

Lebensweise des Zwergwelses

Der Zwergwels ist wie die meisten anderen Welse Allesfresser und hat seine höchste Aktivität in den dunklen Stunden des Tages. Da seine Augen extrem klein sind, ist er auf andere Sinne angewiesen. Dank seinen Barteln und der Fähigkeit die Elektrofelder wahrzunehmen, navigiert er seht gut sowohl im dunklen als auch im trüben Wasser.

Zwergwelse mögen kein helles Licht und verstecken sich davor hinter Baumstümpfen, Felsen und Vegetation. Sobald es Richtung Winter geht, ziehen sie sich in Löcher zurück und liegen dort die meiste Zeit fast bewegungslos. Aus ihren Winterquartieren kommen sie erst, wenn die Gewässer eisfrei sind.

Merkmale des Zwergwelses

  • Der Zwergwels hat an den Seiten leicht abgeflacht schuppenlosen Körper.
  • Seine Haut ist sehr widerstandsfähig und schützt ihn vor der äußeren Umgebung.
  • Der Kopf ist flach und groß und Maul wird von acht Barteln umrahmt.
  • Die längeren Barteln befinden sich in Mundwinkeln, die kürzeren hinter den Nasenlöchern und die restlichen am Kinn.
  • Je nach Gewässer kann die Farbe des Zwergwelses von bläulich-schwarz bis schmutzig-braun variieren.
  • Wie andere Mitglieder dieser Familie hat auch der Zwergwels eine Fettflosse.
  • Die Rückenflosse und Brustflosse des Zwergwelses haben scharfe Knochenstacheln.

Nahrung des Zwergwelses

Der Zwergwels ist gefräßig und in Bezug auf seine Nahrung anspruchslos. Er ernährt sich von Larven, Insekten, Krustentieren, anderen Fischen sowie von allen Algen- und Pflanzen-Arten. Obwohl er sehr klein ist, ist der Zwergwels dennoch eine ernstzunehmende Gefahr für größere Fischarten, weil er deren Laich und Fischbrut frisst. Nach Ansicht der meisten Wissenschaftler spielen der Geruchs- und der Geschmackssinn die Hauptrolle beim Fressverhalten der Welse.

Fortpflanzung des Zwergwelses

Zwergwelse erreichen die Geschlechtsreife im Alter von 4 Jahren. Zu diesem Zeitpunkt beginnen die Weibchen im Frühjahr 500 bis 4.000 Eier zu legen. Die Fische laichen für gewöhnlich, wenn sich die Wassermassen in Uferbereichen auf 18-20 Grad erwärmen. Sie tun dies in der Regel in flachen, sonnengewärmten Untiefen. Das Weibchen legt die Eier auf den Boden oder auf Pflanzen, wo sie vom Männchen bewacht werden. Die kleinen Tierchen brauchen 120 bis 200 Stunden, um zu schlüpfen.

Zwergwels angeln

Zwergwels angeln

Zwergwels angeln

Die Zwergwelse lassen sich relativ unkompliziert beim Grundangeln fangen. Die besten Aussichten hat man im Sommer, wenn die Fische besonders aktiv und gefräßig sind. In der Regel werden beim Nachstellen von Zwergwelsen leichte Grundmontagen eingesetzt (auch Posenangeln ist möglich) und tierische Köder verwendet: Regenwürmer, Maden oder Hühnerfleisch. Auch Boilies verschmähen die kleinen Räuber nicht.

Die beste Zeit zum Angeln ist der Abend oder die frühe Nacht. Sobald es dunkel wird, gehen die Zwergwelse auf Nahrungssuche und nehmen fast jeden Köder, der am Grund auftaucht. Am besten fischt man mit einer Winkelpicker-Rute und einer Schlaufenmontage. Der Zwergwels hat ein sehr gutes Gehör, daher sollten sich die Angler beim Nachstellen dieser Spezies besonders vorsichtig am Ufer verhalten.

Interessante Fakten über Zwergwels

  • In Amerika wird der Zwergwels in zahlreichen Fischfarmen für gastronomische Zwecke gezüchtet. Er ist überaus schmackhaft und gilt als Delikatesse.
  • Aufgrund seiner geringen Größe ist er bei Aquarianern sehr beliebt.
  • Beim Angeln ist Vorsicht geboten, denn die Wunden, die durch die harten Flossenstrahlen verursacht werden, heilen langsam.
  • Zwergwelse spüren schwache elektrische Felder, was sie für die Wissenschaft sehr interessant macht. Denn sie gehören zu den einzigen Fischen mit Elektrosinn, die sich im Aquarium halten lassen.

Fischlexika und -Atlanten

Falls Sie sich für die mannigfaltige Tierfauna der Meere, Seen oder Flüsse interessieren, empfehlen wir Ihnen folgende Bücher*, die neben herausragenden Fotos und detailgetreuen Zeichnungen auch Informationen über die einzelnen Fisch- und Tierarten anbieten:
  1. Gefährliche Meeresfische
  2. Was lebt im Mittelmeer?
  3. Süßwasserfische Europas
  4. Fische Krebse Muscheln
  5. Heimische Gewässer


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