Schlafsack-Ratgeber: Wie finde ich den richtigen?

Den perfekten Schlafsack für die eigenen Zwecke zu finden ist eine Wissenschaft für sich! Hier erläutern wir, wie Sie dabei vorgehen.

Mumienschlafsack – idealer Begleiter für alle Wetterlagen!

Schlafsack

Schlafsack

Grundsätzlich wird zwischen drei verschiedenen Schlafsack-Formen unterschieden:

  • Mumienschlafsack
  • Deckenschlafsack
  • Eiförmige Schlafsack

Wie der Name schon andeutet, zeichnet sich der Mumienschlafsack durch eine besonders körpernahe Schnittform aus, die tatsächlich an eine Mumie erinnert. Er bietet eine sehr gute Wärmeleistung und eignet sich je nach Fütterung sogar für extrem niedrige und frostige Temperaturen. Mumien-Schlafsäcke punkten auch im Winter mit einem hohen Schlafkomfort, die Bewegungsfreiheit ist jedoch eingeschränkt. Packmaß und Gewicht fallen eher gering aus.

Als Alternative empfiehlt sich der eiförmige Schlafsack für Menschen, die Wert auf etwas mehr Bewegungsfreiheit legen. Bei dieser Variante ist der Fußbereich zwar ebenso eng und körpernah geschnitten, Bein- und Hüftbereich sind dagegen deutlich weiter. Das bedeutet: Obwohl der eiförmige Schlafsack eine gute Beinfreiheit garantiert, werden die Füße optimal gewärmt. In einem anderen Beitrag finden Sie einen ausführlichen Kaufratgeber für Mumienschlafsäcke.

Decken- und Hüttenschlafsäcke für moderate Verhältnisse

Der Decken-Schlafsack ersetzt dagegen die klassische Bettdecke und verfügt über einen Reißverschluss. Wenn Sie ihn öffnen, wird aus dem Schlafsack also eine große Decke. Ein Decken-Schlafsack überzeugt mit einer höchstmöglichen Fuß- und Beinfreiheit, wärmt aber nur bedingt. Für den Winter ist er daher weniger geeignet. Aufgrund seiner enormen Größe wird für die Herstellung auch mehr Material benötigt, was zu einem deutlich höheren Eigengewicht führt.

Eine Besonderheit stellt der Hüttenschlafsack dar. Er ist aus hygienischen Gründen für jede Hüttenübernachtung verpflichtend, denn er schützt die hütteneigene Bett-Ausstattung. Hüttenschlafsäcke werden üblicherweise in der Ei- oder rechteckigen Decken-Form angeboten (hier finden Sie einen Hüttenschlafsack-Kaufratgeber mit Produkt-Empfehlungen).

Auf das Material kommt es an: Der Alleskönner aus Kunstfaser

Outdoor

Outdoor

Auch bei den Materialien gibt es drei verschiedene Haupt-Varianten. Da ist einmal die Kunstfaser: Diese Schlafsäcke sind deutlich preisgünstiger als Ausführungen aus Wolle oder Daunen, dazu auch noch äußerst robust und sehr pflegeleicht. Sie eignen sich sehr gut bei nasser Witterung, da sie Feuchtigkeit nur schwer aufnehmen und schnell wieder trocknen. Ist der Kunstfaser-Schlafsack doch einmal nass geworden, behält er trotzdem seine Fähigkeit, Wärme zu speichern. Allerdings ist er nicht so langlebig wie beispielsweise ein Daunenschlafsack, denn er verliert mit der Zeit seine Bauschigkeit. Außerdem ist er relativ schwer und hat ein größeres Packmaß.

Daunen- und Schurwolle-Schlafsäcke für Spezialisten

Daunenschlafsäcke gehören zur Königsklasse und punkten mit einem unvergleichlichen Wohlfühlklima. Sie sind extrem langlebig, speichern die Wärme optimal und haben ein sehr kleines Packmaß. Nachteil: Daunen mögen keine Feuchtigkeit. Sie verklumpen dann, verlieren an Isolierkraft und bieten dann keine ausreichende Wärmeleistung mehr. Für feuchte Regionen eignen sie sich daher nur bedingt. Wenn überhaupt, sollten Sie für Aktivitäten in entsprechenden Regionen einen Schlafsack wählen, der zu 70 Prozent aus Daunen und zu 30 Prozent aus Federn besteht.

Schlafsäcke aus echter Schurwolle werden eher selten angeboten, bieten aber viele Vorteile. Sie sind gegen Feuchtigkeit relativ unempfindlich, können sogar gewaschen werden und haben einen temperaturregulierenden Effekt. Das bedeutet, dass sie nicht nur wärmen, sondern bei hohen Temperaturen einen leicht kühlenden Effekt besitzen. Außerdem ist Wolle für ihre antibakteriellen Eigenschaften bekannt.

Kennzeichnung für den Temperatur-Bereich bei Schlafsäcken

Bergtour

Bergtour

Für die Temperaturbereiche von Schlafsäcken gilt innerhalb Europas die Norm EN 13537. Sie wurde anhand von lebensgroßen weiblichen und männlichen Gliederpuppen festgelegt, die durchschnittlichen Standard-Maßen entsprechen und auf Körpertemperatur aufgewärmt wurden. Anhand verschiedener Messungen können dann mehrere Angaben abgeleitet werden.

  • Der Komfortbereich (T comf): Umfasst den Temperaturwert, bei dem die weibliche Gliederpuppe komfortabel schläft und im Schlafsack nicht friert.
  • Der obere Grenzbereich (T max): Gibt den Temperaturwert an, bei dem Menschen normalerweise mit dem Schwitzen beginnen.
  • Der extreme Bereich (T ext): Beschreibt die Temperatur, die für die Frau schon quasi eine Unterkühlungs-Gefahr darstellt.
  • Der untere Grenzbereich (T lim): Bis zu diesem Wert kann der Mann noch gut im Schlafsack schlafen, ohne dass er friert.

3- und 4-Jahreszeiten-Schlafsäcke

Der 3-Jahreszeiten-Schlafsack deckt den Temperaturbereich zwischen 0,0 und minus 10,0 Grad Celsius gut ab. Für besonders kalte Regionen oder ausgedehnte Touren im Winter eignet er sich daher nicht so gut. Wie der Name schon andeutet, wurde er also für drei Jahreszeiten konzipiert. Der 4-Jahreszeit-Schlafsack bietet sich dagegen für Touren in deutlich kältere Regionen an. Er zeichnet sich durch eine spezielle Verarbeitung aus und verfügt oft über mehrere Isolationsschichten. Hier geht es zu einem Kaufratgeber für 4-Jahreszeit-Schlafsäcke.

Gewicht und Packmaß

Bergtour

Bergtour

Wenn Sie Ihren Schlafsack für Trekking- und Rucksacktouren benötigen, sollten Sie beim Kauf unbedingt auf ein gutes Gewichts- und Wärmeverhältnis achten. Das bedeutet, der Schlafsack muss einerseits eine optimale Wärmeleistung bieten, andererseits aber auch so leicht und kompakt sein, dass er problemlos in den Rucksack passt. Ein kleines Packmaß deutet in der Regel auch gleichzeitig auf ein geringeres Gewicht hin, so dass Sie beim Tragen Ihres Rucksacks weniger Energie verbrauchen. Im Idealfall wiegt der Schlafsack weniger als 1,5 Kilogramm, hochwertige Daunenschlafsäcke bringen teilweise sogar nur 600 bis 700 Gramm auf die Waage.

Richtige Größe des Schlafsacks

Der Schlafsack sollte immer auf die individuelle Körpergröße abgestimmt werden. Ist er zu groß, entstehen im Inneren Leerräume, die der Körper zusätzlich aufwärmen muss. Ist der Schlafsack zu klein, leidet darunter zum einen der Schlafkomfort. Zum anderen wird die Füllung durch den Körper zusammengedrückt, was beispielsweise zu kalten Füßen führen kann.

Auf besondere Ausstattungsmerkmale achten

Je nach Reiseziel und gewählter Route kann es sinnvoll sein, einen Schlafsack mit zusätzlichen Ausstattungsmerkmalen auszuwählen. Das können eine Kapuze und ein Wärmekragen sein (für besonders kalte Regionen), aber auch praktische Innentaschen oder ein stabiler Reißverschluss.

Richtige Lagerung und Pflege

Daunenschlafsäcke sollten unterwegs nach Möglichkeit jeden Tag gelüftet und ausgeschüttelt werden. Bei Kunstfaser-Schlafsäcken ist dies nicht erforderlich. Sie können einfach in den Packbeutel oder Rucksack gestopft werden. Für Schlafsäcke aus Wolle gibt es spezielle Woll-Waschmittel, so dass sich Verschmutzungen leicht entfernen lassen.

In nächsten Beiträgen finden Sie Kaufratgeber für Winterschlafsäcke und Schlafsäcke für den Sommer.



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