Barbe (Flussbarbe)

Die Barbe zählt zu den größten Friedfischen Europas und ist ein typischer Fließgewässer-Bewohner, der sich mitten in der Strömung am wohlsten füllt.

Allgemeines

  • Name: Barbe (auch Flussbarbe, Pigge, Barbel, Barm genannt). Engl.: Barbel
  • Lateinischer Name: Barbus barbus
  • Familie / Unterfamilie: Karpfenfische / Cyprininae
  • Vorkommen: Europa
  • Habitat: Stark fließende Gewässer mit steinigem Untergrund
  • Max. Größe / Gewicht: 110cm / 13kg
  • Max. Lebenserwartung: 20 Jahre
  • Gefährdung: geringfügig gefährdet
Barbe

Barbe

Lebensraum

Das Areal der Barbe umfasst den gesamten europäischen Kontinent. Gebiete, in denen sie nicht natürlich vorkommen kann, sind etwa der Alpenbereich, Skandinavien, Irland, Schottland und fast gesamt Griechenland. Sie tritt verstärkt in West- und Mitteleuropa auf. In Deutschland ist die Barbe nur im Norden selten anzutreffen. Hier konzentriert sich ihr Hauptvorkommen auf den Süden.

Merkmale der Barbe

Die Barbe besitzt einen lang gestreckten, muskulösen Körper, der perfekt an die schnelle Strömung angepasst ist. Ihr Rücken ist kaum gewölbt, der Bauch ist flach. Die Brust- und Bauchflossen sind besonders groß und erlauben es dem Fisch, mühelos gegen die Strömung anzukommen. Ihre Schwanzflosse ist stark eingekerbt. Die obere Schwanzpartie ist spitz zulaufend, die untere dagegen abgerundet. Die Rückenflosse besitzt am dritten und längsten Strahl eine Zähnung. Als Grundfisch hat sie ein rüsselartiges und unterständiges Maul mit vier Barteln an der Oberlippe. Die Augen sitzen in dem keilförmigen Kopf relativ weit oben. Die Schuppen sind insgesamt klein und zählen an der Seitenlinie in der Regel 55 bis 65 Stück.

Die Körperfärbung der Barbe ist vom Alter und dem Standort abhängig. Daher besitzt diese Spezies eine große Variation an möglichen Farbkombinationen. Ihr Rücken ist entweder braun oder graugrün gefärbt, die Seiten schimmern bronze- oder goldfarben. Auch eine grüne Färbung ist bei den Barben möglich. Weiterhin sind die Rückenflosse und die obere Schwanzflosse wie der Rückenbereich graugrün, braun oder sogar komplett farblos gefärbt. Die Flossen an der Unterseite zeigen eine für die Flussbewohner typische rötliche Färbung auf.

Unterwasser-Aufnahmen von Barbe

Im folgenden Video sind Unterwasser-Aufnahmen von Barben zu sehen, die in einem kleinen Fluss in London gemacht wurden. Man sieht in aller Deutlichkeit, wie geschickt die Fische Strömung nutzen, um sich fortzubewegen.

Verwechslungsgefahr

Die Barbe kann leicht mit der Hundsbarbe verwechselt werden, die in Osteuropa und im Mittelmeerraum anzutreffen ist. Ihre drei wesentlichen Unterscheidungsmerkmale sind die dunklere Färbung, die längere Afterflosse und der dritte Strahl der Rückenflosse, dem die charakteristische Zähnung fehlt.

Fressverhalten

Barben sind nachtaktive Fische, die sich gerne mitten in der Strömung aufhalten, wo sie nach Nahrung suchen. Dabei spüren sie mit den hochsensiblen Barteln ihre bevorzugte Beute auf – Schnecken, Muscheln und allerlei Wasserinsekten. In der Laichsaison ernähren sie sich, wie auch die meisten anderen Fischarten, von der unzähligen Fischbrut. Ausgewachsene Barben verschmähen auch die kleinen Fische nicht ganz. Raubfischangler berichten manchmal von gefangenen Exemplaren, die auf Wobbler oder Gummifische eingestiegen sind.

Fortpflanzung

Im Mai bis Juli begeben sich die Barben flussaufwärts zu den Laichgründen in die Äschenregion. Dort legt ein Weibchen im flachen, kiesigen Bereich zwischen 3.000 bis 9.000 Eier. Nach zwei Wochen schlüpfen die Jungtiere, die sich erst einmal im flachen Bereich aufhalten. Nach vier bis fünf Jahren sind die jungen Barben geschlechtsreif.

Besonderheiten

  • Die Barbe besitzt drei Unterarten mit eigener regionaler Verbreitung. Die drei Gebiete liegen in Westfrankreich, Dalmatien und Nordgriechenland.
  • Der Laich und das umgebende Bauchfleisch des Rogners sind giftig und führen bei Verzehr zu Übelkeit, Durchfall und Erbrechen.
  • Obwohl die Barbe durch Weltnaturschutzunion IUCN als nicht gefährdet eingestuft ist, wurde sie dennoch in Deutschland in die Rote Liste aufgenommen. Als Hauptgründe für die Gefährdung zählen hierzulande die Verschmutzung ihrer Lebensräume und der großflächige Umbau von Fließgewässern, wie die Flussbegradigung oder der technische Hochwasserschutz.

Im nächsten Artikel verraten wir wertvolle Tipps und Tricks rund um das Thema Barbenangeln.

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