Schleien angeln Tipps

Um einen Fisch erfolgreich zu beangeln, muss man sein Verhalten kennen. Auf dieser Seite erklären wir die besten Fangmethoden zum Schleien-Angeln.

Lebensweise und Ernährung

Am wohlsten fühlen sich die Schleien in wärmeren Seen mit dichtem Pflanzenwuchs. Auch strömungsarme Flüsse mit weichem Grund beherbergen oft beachtliche Schleien-Populationen. Diese Spezies hat durch die dicke Schleimschicht, die ihren Körper umhüllt und effektiv vor äußeren Einflüssen schützt, einen ausgeprägten evolutionären Vorteil gegenüber anderen Fischen. So überleben die Schleien bei Dürren selbst in den kleinen Tümpeln und Weihern, wenn alle anderen Fische verenden.

Schleie

Schleie

Die Schleie ist ein nachtaktiver aber auch sehr vorsichtiger Fisch. Sie hält sich am Tage zwischen dichten Pflanzen- und Seerosenfeldern auf und begibt sich mit Einbruch der Dämmerung auf Nahrungssuche. Die Schleie ernährt sich überwiegend durch tierische Nahrung. So gehören zum Beispiel Schnecken und Muscheln zu ihrem gewöhnlichen Speisenplan wie auch zahlreiche Insekten und Larven, die sie am schlammigen Gewässergrund in großen Mengen aufzuspüren vermag. Selbst vegetarische Nahrung ist ihr nicht ganz fremd, die sie gelegentlich in Algenform zu sich nimmt.

Schleienangeln mit Selbsthakmontage

Sobald die Dämmerung einbricht, durchstreifen die Schleien ihr Revier auf der Suche nach Nahrung. Dabei inspizieren sie den schlammigen Boden besonders genau. Somit ist jede Angelmethode, bei der der Köder nah am Boden oder direkt auf dem Grund angeboten wird, grundsätzlich fürs Schleienangeln gut geeignet. In unseren Gewässern stellt man der Schleie oft mit der sogenannten Selbsthakmontage erfolgreich nach. In folgender Abbildung können Sie sehen, wie eine typische Selbsthakmontage fürs Schleienangeln aufgebaut ist. Dabei sollte man besonders auf die Details achten, die nur bei der richtigen Zusammensetzung zum Erfolg führen. So empfiehlt sich beim Grundangeln auf Schleie eine 0,28er monofile Schnur*, die mit einem Flechtvorfach (Haar) und einem 8er Haken bestückt wird.

Schleien angeln mit Selbsthakmontage

Schleien angeln mit Selbsthakmontage

Schleienangeln mit Futterkorb

Auch die Futterkorb-Montage ist sehr effektiv beim Schleien-Angeln. Dabei wird anstelle des Grundbleis ein mit Blei beschwertes Futterkorb verwendet, das zur Anfütterung der Fische und zugleich zum Festhalten der Montage auf dem Grund dienen soll. Bei der Herstellung der Futtermischung sollte man darauf achten, dass nicht zu viele kleine Partikel beigemengt werden, da sonst nur kleine Weißfische angelockt werden. Die Schleien meiden dann lieber solche Massenansammlungen. In eine gute Futter-Mischung für Schleien gehören auf jeden Fall Mais, Haferflocken, Teig, sowie auch Lebendfutter – Würmer und Maden. Die Mischung kann durch die Zugabe von etwas Komposterde, Rotwurmhack und Paniermehl zusätzlich verfeinert werden.

Schleienangeln mit Futterkorb

Schleienangeln mit Futterkorb

Schleienangeln mit Waggler-Montage

Auch mit einer Laufpose (zum Beispiel einem Waggler) können Schleien effektiv beangelt werden. Dabei wird auf die Schlagschnur zuerst die Perle und danach der Stopper eingefädelt. Der letztere verhindert zum Einen das Durchgleiten des Wagglers auf die Hauptschnur und erlaubt zum Anderen eine flexible Einstellung der Wassertiefe, in der der Köder präsentiert werden soll (in der Regel ganz knapp über oder direkt auf dem Grund).

Weiterhin muss das Gerät sehr fein (optimalerweise eine Matchrute) und die Ausrüstung unauffällig gewählt werden. Würde eine Schleie bei Aufnahme des Köders zum Beispiel durch den Widerstand einer zu großen Pose Verdacht schöpfen, würde sie den Köder sofort ausspucken. Aus diesem Grund soll der Waggler sowie auch die gesamte Montage sehr fein ausbalanciert sein, damit die vorsichtigen Schleien-Bisse erkannt werden können. In folgender Abbildung sehen Sie, wie eine typische Waggler-Montage fürs Schleien-Angeln aufgebaut ist.

Schleien angeln mit Waggler-Montage

Schleien angeln mit Waggler-Montage

Im nächsten Artikel finden Sie weitere Informationen zum Thema Waggler-Montage.

Angelplätze & Köder

Die besten Angelplätze sind beim Schleienangeln Mündungen von kleinen Flüssen oder Kanälen, die mit üppigen Wasserpflanzen bewachsen sind. Auch Seerosenfelder und Schilfkanten sind sehr lukrativ. Da die Schleie ein überaus vorsichtiger, misstrauischer Fisch ist, ist das leise Heranpirschen Pflicht. Aufgrund ihres guten Geräuschempfindens nimmt sie noch die kleinsten Bodenschwingungen wahr, die beim festen Auftreten über viele Meter Entfernung übertragen werden.

Wichtig beim Angeln auf Schleie ist, dass der Köder entweder dicht vor dem Grund schwebt oder direkt auf dem Boden liegt und der Fisch ihn ohne großen Widerstand abziehen kann. Sehr fängige Köder sind z.B. Maden, Mistwürmer, Schnecken, Larven, Boilies* und manchmal sogar Mais oder Teig.Wenn Sie an unserer Umfrage nach den besten Schleien-Ködern teilnehmen, erfahren Sie wie andere unsere Leser abgestimmt haben:

Welcher Köder ist beim Schleien-Angeln am fängigsten?

Richtige Ausrüstung

Wir empfehlen Ihnen jeweils drei Ruten und Rollen, die als Kombos sehr gut zusammen passen und sich beim Schleienangeln bewährt haben.

Schonzeiten und -Mindestmaße für Schleie

In folgender Tabelle sind Schonzeiten und Mindestmaße für Schleien aufgeführt, die in den einzelnen Bundesländern gelten. Obwohl wir uns ständig bemühen, unsere Daten möglichst aktuell zu halten, übernehmen wir dennoch keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben.

Bundesland Schonzeit Mindestmaß
Baden-Württemberg 15.05. – 30.06. 25 cm
Bayern 26 cm
Berlin 25 cm
Brandenburg 25 cm
Bremen
Hamburg 25 cm
Hessen 01.05. – 30.06. 25 cm
Mecklenburg-Vorpommern 25 cm
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen 25 cm
Rheinland-Pfalz 25 cm
Saarland 25 cm
Sachsen 25 cm
Sachsen-Anhalt 25 cm
Schleswig-Holstein 25 cm
Thüringen 25 cm

Weiter geht es um das Thema Herkunft und besondere Merkmale der Schleie.

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