Thunfisch-Arten

Hier finden Sie die Beschreibungen der wichtigsten Thunfisch-Arten, sowie Informationen über deren Herkunft und die Bedeutung auf dem weltweiten Fischmarkt.

1. Weißer Thunfisch (Thunnus alalunga)

Weißer Thunfisch (Thunnus alalunga)

Weißer Thunfisch (Thunnus alalunga) Bild: Balaguer/Shutterstock.com

Der Weiter Thun, auch Langflossenthun genannt, ist in allen gemäßigten und tropischen Meeresgebieten der Erde zu finden. Seine Verbreitung reicht bis ins Mittelmeer. Die meisten Fische dieser Art werden im Nordpazifik gefangen. Bei einer Länge bis 140 Zentimeter kann der Weiter Thun ein Gewicht von 60 Kilogramm erzielen. Das Fleisch dieses Thunspezies ist fest und mager, besitzt einen milden Geschmack und eignet sich hervorragend zum Braten, Grillen oder Räuchern. Die Weltschutzorgansation IUCN führt den Langflossenthun auf einer Liste der vorm Aussterben bedrohten Tiere. Im Mittelmeer und Nordatlantik gelten die Bestände als überfischt. Ein Kilogramm Weißer Thun kostet im Durchschnitt 54 Euro.

2. Südlicher Blauflossen-Thunfisch (Thunnus maccoyii)

Südlicher Blauflossen-Thunfisch (Thunnus maccoyii)

Südlicher Blauflossen-Thunfisch (Thunnus maccoyii) Bild: Guido Montaldo/Shutterstock.com

Der Südlicher Blauflossen-Thunfisch lebt im Westlichen Atlantik, in der Karibik und dem Golf von Mexiko. In Europa erstreckt sich sein Lebensraum über den Östlichen Atlantik, das Mittelmeer und das Schwarze Meer. Der Südlicher Blauflossenthun erreicht bei einer Länge von 5 Metern bis zu 700 Kilogramm Gewicht. Er wird hauptsächlich für Sashimi und Sushi gefangen. Laut IUCN ist die Art vor dem Aussterben bedroht. Noch vor 100 Jahren wurde das streng schmeckende Fleisch zu Tierfutter verarbeitet. Heute gilt der Thun als bislang teuerster Fisch der Welt. In Japan erzielt die Delikatesse mit 6.000 Euro pro Kilogramm Spitzenpreise.

3. Nordpazifischer Blauflossen-Thunfisch (Thunnus orientalis)

Nordpazifischer Blauflossen-Thunfisch (Thunnus orientalis)

Nordpazifischer Blauflossen-Thunfisch (Thunnus orientalis) Bild: Rich Carey/Shutterstock.com

Neben Vorkommen im Nord- und Südpazifik, hält sich der Nordpazifische Blauflossen-Thunfisch zeitweise in ostasiatischen Gewässern und vor der Westküste Nordamerikas auf. Der nahezu spindelförmige Fisch kann bis zu 300 Zentimeter lang und 450 Kilogramm schwer werden. Er wird vor allem auf dem japanischen Markt angeboten. Unter Kennern ist diese Thunfisch-Art aus dem Nordpazifik die begehrteste Sorte, die im Rohverzehr geschmacklich an Tatar erinnert. Zahlreiche internationale Organisationen wie Greenpeace haben den überfischten Meeresbewohner als akut gefährdet eingestuft. Mit einem durchschnittlichen Kilogrammpreis von 5.650 Euro gehört der Nordpazifische Blauflossenthun zu den teuersten Produkten im Fischhandel.

4. Nordatlantischer Thunfisch (Thunnus thynnus)

Nordatlantischer Thunfisch (Thunnus thynnus)

Nordatlantischer Thunfisch (Thunnus thynnus) Bild: Tono Balaguer/Shutterstock.com

Der Nordatlantische Thunfisch, auch Roter Thun genannt, ist nördlich des Äquators beheimatet. Weitere Populationen sind im Mittelmeer und Golf von Mexiko, in der Karibik und vor der Küste Südafrikas zu finden. Er gehört zu einem der größten Knochenfische und kann bis zu 3 Meter lang und 300 Kilogramm schwer werden. Der bedeutende Speisefisch besitzt ein markantes, tiefrotes Fleisch mit feinen Fasern. Typisch ist das leicht süßliche Aroma. Nordatlantischer Thun ist massiv überfischt und wird auf der Liste vor dem Aussterben bedrohter Tierarten geführt. In Japans Gourmetszene ist der Rote Thun ein unbestrittener Verkaufsschlager, der pro Kilogramm für rund 185 Euro angeboten wird.

5. Gelbflossen-Thunfisch (Thunnus albacares)

Gelbflossen-Thunfisch (Thunnus albacares)

Gelbflossen-Thunfisch (Thunnus albacares) Bild: chriss73/Shutterstock.com

Die Verbreitungsgebiete des Gelbflossen-Thuns erstrecken sich über den Indischen Ozean und die amerikanische Atlantikküste, sowie die Gewässer Chinas und Japans. Im tropischen Ostpazifik ist der Speisefisch oft in Verbindung mit Delfinen zu finden. Bei einer Länge von 240 Zentimeter kann der Gelbflossenthun 200 Kilogramm Gewicht erreichen. Seine feste und saftige Konsistenz ähnelt leicht gesalzenem Kalbfleisch. Der Thun wird überwiegend als Dosenware angeboten. Hauptabsatzmärkte sind Westeuropa, Japan und USA. Nach Deutschland werden 30 Prozent des Gelbflossen-Thunfischs importiert. Laut Weltnaturschutzorganisation leiden die Bestände unter extremer Überfischung und stehen auf der Liste gefährdeter Arten. Durchschnittlich zahlen Verbraucher für ein Kilogramm 40 Euro.

6. Schwarzflossen-Thunfisch (Thunnus atlanticus)

Schwarzflossen-Thunfisch (Thunnus atlanticus)

Schwarzflossen-Thunfisch (Thunnus atlanticus) Bild: Tono Balaguer/Shutterstock.com

Der Schwarzflossen-Thunfisch bevorzugt warme Gewässer als Lebensraum. Zu den hauptsächlichen Fanggebieten zählen die Küsten vor Florida und Texas. Im tropischen und subtropischen Westatlantik wird der Speisefisch häufig gesichtet. Der Schwarzflossen-Thunfisch erzielt höchstens 100 Zentimeter Länge und 20 Kilogramm Gewicht. Zwar steht der Meeresbewohner auf der IUCN-Liste der gefährdeten Arten, doch die Populationen zeigen sich in den vergangenen Jahren erfreulicherweise als stabil. Wie alle Thunfische zählt auch diese Art zu den wertvollen Nahrungsmitteln. Reich an Omega-3-Fettsäuren, Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen unterstützt Hochseefisch eine ausgewogene Ernährungsweise. Das magere Fleisch eignet sich für alle, die auf ihre Kalorienzufuhr achten.

7. Großaugen-Thunfisch (Thunnus obesus)

Großaugen-Thunfisch (Thunnus obesus)

Großaugen-Thunfisch (Thunnus obesus)

Vorwiegend Indischer Ozean, Pazifik und Atlantik gehören zu dem natürlichen Habitat der Großaugen-Thunfische. Hauptabnehmer ist Japan. Dort schätzen Feinschmecker den Speisefisch als Sashimi. Ausgewachsen wird diese Spezies 250 Zentimeter lang und kann bis zu 210 Kilogramm wiegen. Das rohe Filet zeichnet sich durch einen höheren Fettgehalt aus, weil die Großaugen-Thunfische in Tiefe leben. Die südamerikanische Fischindustrie verarbeitet Jungtiere zu Dosenware, dabei gibt es viele Konsumenten, die vom kalbfleischähnlichen Geschmack begeistert sind. Als überfischt gelten die Bestände im Atlantik. Im Pazifik sind die Vorkommen so massiv minimiert, dass die Population vor dem Aussterben bedroht ist. Im Handel kostet ein Kilogramm Großaugen-Thunfisch 70 Euro.

8. Langschwanz-Thunfisch (Thunnus tonggol)

Langschwanz-Thunfisch (Thunnus tonggol)

Langschwanz-Thunfisch (Thunnus tonggol) Bild: Stock2You/Shutterstock.com

Bei 90 Zentimetern Länge erzielt der schlanke Körper dieser Spezies bis zu 20 Kilogramm Gewicht. Mit diesen Maßen zählt der Speisefisch zu den kleinen Thunarten. Der Lebensraum erstreckt sich über den westlichen Indopazifik. Bestände sind im Roten Meer und vor der Küste Somalias zu finden. Auch in den Gewässern vor Japan, Vietnam, Malaysia, Australien und Neuguinea wird der Langschwanzthun gefangen. Zur Gefährdungsstufe ist nichts bekannt. Sein weißes Fleisch weist einen milden Geschmack auf. Thunfische sind enorm schnell. Kurze Distanzen legen sie mit 80 Stundenkilometer zurück. Für eine Durchquerung des Atlantiks benötigt der Speisefisch etwa 40 Tage.

Fischlexika und -Atlanten

Falls Sie sich für die faszinierende Tierfauna unserer Meere, Seen oder Flüsse interessieren, empfehlen wir Ihnen folgende Bücher*, die neben herausragenden Fotos und detailgetreuen Zeichnungen auch spannende Informationen über die einzelnen Fisch- und Tier-Arten anbieten:
  1. Farbatlas der Angelfische
  2. Gefährliche Meeresfische
  3. Was lebt im Mittelmeer?
  4. Süßwasserfische Europas
  5. Fische Krebse Muscheln
  6. Das grüne Universum
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