Köhler (Seelachs): Alle Infos zum Fisch

Warum Köhler auch Seelachs genannt wird (obwohl er zur Dorschfamilie gehört) sowie andere Infos über diese Spezies, erfahren Sie hier.

Allgemeines über Köhler

  • Name: Köhler (auch Seelachs genannt). Engl.: Coalfish (Pollock)
  • Wissenschaftlicher Name: Pollachius virens
  • Ordnung / Familie: Dorschartige / Dorsche
  • Vorkommen: gesamter Nordatlantik, auch Ostsee
  • Habitat: in Küstennähe und im offenen Meer in Tiefen bis zu 250 m
  • Max. Größe / Gewicht: 1,2 m / 18 kg

Was ist der Unterschied zwischen Köhler und Seelachs?

Köhler

Köhler

Der Köhler ist ein Raubfisch, der die kalten Gewässer des Atlantiks bevorzugt und am häufigsten vor den Küsten Norwegens und Islands anzutreffen ist. Obwohl er der Dorschfamilie angehört und nichts mit den Salmoniden gemeinsam hat, wird er dennoch aus marketingtechnischen Gründen „Seelachs“ genannt. Unter diesem Namen lässt er sich wesentlich besser vermarkten und manchmal auch mehr kosten.

Interessanterweise hat sich die Bezeichnung Seelachs nicht erst in der Moderne etabliert sondern bereits im ersten Weltkrieg. Als die Importe des damals weit verbreiteten Lachses wegen dem Krieg einbrachen, fing man damit an, das Fleisch des Kohlers rot einzufärben. So entstand in den 30er Jahren die Bezeichnung Seelachs, die selbst dann noch Konjunktur behielt, als die Aquakulturen den Lachs überall erschwinglich gemacht haben.

Lebensweise des Köhlers

Der Köhler ist ein geselliger Fisch, der in Tiefen von bis zu 250 m lebt. Diese Art ist sehr mobil und hält sich bevorzugt in Bodennähe auf. Die Jagd nach Beute zwingt sie jedoch dazu, auch in die oberen Wasserschichten aufzusteigen. Im offenen Meer ist der Köhler nur selten anzutreffen, da er die Schelfgebiete nur selten verlässt. Bei der Jagd bilden Seelachse große Schwärme und umzingeln ihre Beute.

Anatomische Merkmale

Köhler

Köhler

Der Köhler zeichnet sich durch eine längliche Körperform und einen ausgeprägten spitzen Kopf aus. Am Kinn befindet sich eine kleine, fast unauffällige Bartel. Ausgewachsene Tiere können bis zu 120 cm lang und 17 kg schwer werden. Sein Maul ist im Gegensatz zu vielen Dorschartigen mittelgroß und oberständig.

Der Köhler besitzt drei Rückenflossen, die dicht zusammenstehen. Seine Schwanzflosse hat eine konkave Form und eine ausgeprägte Kerbe. Die Schuppen sind eher fein und dunkel-oliv gefärbt. Die Körperseiten des Seelachses sind heller und der Bauch weist eine leicht gelbliche Färbung auf.

Ein charakteristisches Merkmal des Köhlers, das ihn von seinen Dorschverwandten unterscheidet, ist neben der kleinen und unauffälligen Bartel auch die markante und sehr gut sichtbare Seitenlinie, die annähernd parallel zu Rückenflossen verläuft und dem Köhler dabei hilft, seine Beute zu lokalisieren.

Wie ernährt sich Köhler?

Fischschwarm

Fischschwarm

Junge Köhler ernähren sich hauptsächlich von Fischeiern und kleinen Krebstieren. Je älter sie werden, desto öfter erbeuten sie kleinere Fische. Ausgewachsene Tiere umringen bei der Jagd oft ganze Fischschwärme (z.B. Heringe oder Sprotten) und machen dabei laute Planschgeräusche auf der Wasseroberfläche. Auch Krill und Krebstiere verschmähen die ausgewachsenen Köhler nicht.

Fortpflanzung des Köhlers

Köhlers laichen hauptsächlich im Frühjahr. Während dieser Zeit wandern die geschlechtsreifen Fische in den Süden. Die Weibchen sind in der Lage bis zu 6,5 Millionen Eier auszubrüten, die durchschnittliche Zahl liegt jedoch bei 4 Millionen. Sobald die Jungfische aus den Eiern schlüpfen, werden sie von den Meeresströmungen über weite Strecken transportiert. Auf diese Weise erreichen sie auch die entlegenen Gebiete. Krebstiere und Fischeier bilden die Nahrungsgrundlage für Jungfische.

Kulinarische Bedeutung des Seelachses

Gebratener Seelachs

Gebratener Seelachs

Bis vor einigen Jahren wurde diese Fischart kaum beachtet, weil fettreichere Arten wie z.B. der Lachs gefragt waren und der Köhler nur als „Seelachs-Schwindel“ sich verkaufen lies. In den letzten Jahren haben jedoch auch „magere“ Sorten ihren rechtmäßigen Platz in den Regalen eingenommen. Darüber hinaus behaupten selbst Sternköcher, dass der Seelachs überaus vorzüglich und keineswegs zu trocken schmeckt, wenn er denn richtig zubereitet wird.

Das Fleisch des Seelachses hat eine hellgraue Färbung und eine dichte Konsistenz, sodass es sich auf verschiedene Art und Weise zubereiten lässt. Der Seelachs enthält eine Vielzahl von gesundheitsfördernden Vitaminen sowie zahlreiche Mikro- und Makronährstoffe. Auch die Leber des Seelachses ist überaus gesund und schmackhaft.

Wie erkennt man guten Fisch?

Frisch gefangener Fisch

Frisch gefangener Fisch

Wenn Sie frischen Meeresfisch kaufen wollen, sollten Sie als erstes auf den Geruch achten. Der Fisch sollte nach Meer riechen. Ein muffiger Geruch deutet darauf hin, dass das Produkt nicht mehr frisch ist und vom Kauf abgeraten werden sollte. Wenn sich der Fisch glitschig oder klebrig anfühlt, deutet dies auch auf schlechte Qualität hin. Die Schuppen des Fisches sollten glänzen und die Kiemen kräftig rot gefärbt sein.

Beim Kauf vom gefrorenen Fisch oder Filets ist es nicht empfehlenswert, Produkte in undurchsichtigen Verpackungen zu kaufen. Wenn es keine andere Möglichkeit gibt, schütteln Sie die Verpackung. Ein lauter Schüttelgeräusch deutet auf eine große Menge Eis im Inneren hin. Dies ist z.B. dann häufig der Fall, wenn Fisch wiederholt eingefroren und wieder aufgetaut wurde.

Fischlexika und -Atlanten

Falls Sie sich für die mannigfaltige Tierfauna der Meere, Seen oder Flüsse interessieren, empfehlen wir Ihnen folgende Bücher*, die neben herausragenden Fotos und detailgetreuen Zeichnungen auch Informationen über die einzelnen Fisch- und Tierarten anbieten:
  1. Gefährliche Meeresfische
  2. Was lebt im Mittelmeer?
  3. Süßwasserfische Europas
  4. Fische Krebse Muscheln
  5. Heimische Gewässer


Bewertung: 5,00; Bewertungen: 1