Makohai: Alle Infos zum Fisch

Makohai ist der viertgefährlichste Hai für den Menschen (nach dem Weißen Hai, dem Tigerhai und dem Hammerhai).

Allgemeines über Makohai

Makohai

Makohai

  • Name: Makohai (auch Kurzflossen-Mako genannt). Engl.: Mako shark
  • Wissenschaftlicher Name: Isurus oxyrinchus
  • Ordnung / Familie: Makrelenhaiartige / Makrelenhaie
  • Vorkommen: gemäßigte und tropische Meere
  • Habitat: offenes Meer
  • Max. Größe/Gewicht: 4,4 m / 1.000 kg
  • Gefährdung: stark gefährdet

Lebensraum des Makohais

Verbreitungsgebiete des Makohais

Verbreitungsgebiete des Makohais. Bild: Isurus oxyrinchus distmap

Der Makohai ist ein großer und sehr schneller Raubfisch, der in vielen Gewässern der Weltmeere vorkommt, die durch warme Strömungen geprägt sind. Der Fisch bevorzugt gemäßigte und tropische Klimazonen mit der Wassertemperatur über 16° C. Besonders große Populationen von Makohaien gibt es im Golf von Mexiko, vor der Küste Argentiniens und in einigen Regionen vor Afrika und Australien.

Die übliche Länge der Makohai-Männchen beträgt 3,2 m bei einem Gewicht von 260-280 kg. Die ausgewachsenen Weibchen sind größer als Männchen und messen im Durchschnitt 4 m beim Gewicht von 450-520 kg. Der längste Makohai wurde 1973 vor der südfranzösischen Küste gefangen. Das Weibchen wog eine Tonne und hatte eine Körperlänge von 4,45 m.

Lebensweise des Makohais

Makohai

Makohai

Der Makohai taucht in der Regel nicht tiefer als 150 m und hält sich bevorzugt im offenen Meer auf. Er ist ein Wanderfisch und kann 60-80 km an einem Tag mühelos zurücklegen. Diese Spezies ist die schnellste unter Haien und kann eine Geschwindigkeit von bis zu 90 km/h erreichen.

Wie der Weiße Hai ist auch der Makohai teilweise warmblütig. Er verfügt über ein spezielles Netz von Blutgefäßen, in dem das Blut so zirkuliert, dass die Haie immer etwas wärmer sind als das Wasser um sie herum. Dies beschert ihnen mehr Agilität im kalten Wasser und verschafft einen Jagdvorteil gegenüber anderen Hai-Arten.

Interessante Fakten über Makohai

  • Von allen Haien ist Makohai der schnellste. Normalerweise bewegt er sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 35 km/h , kann aber auf der Jagd bis auf 90 km/h beschleunigen.
  • Augenzeugen, die Makohaie auf hoher See beobachtet haben, berichten, dass die Fische bis zu 6 Meter aus dem Wasser springen können.
  • Der Name dieses Hais stammt aus der Sprache der Maori in Neuseeland. In einem der lokalen Dialekte bedeutet das Wort „Mako“ schlicht der Hai.
  • In Gefangenschaft lebt dieser Raubfisch nicht länger als fünf Tage. Er frisst nichts, wird schnell schwach und stirbt. Sein Drang nach Bewegung und Raum ist überwältigend.
  • Makohaie sind selbst dann noch gefährlich, wenn sie aus dem Wasser gezogen werden. Oft sind sie zuerst ganz ruhig, wenn sie an Deck des Schiffes gebracht werden, dann schnappen sie scheinbar aus dem Nichts blitzschnell zu und können problemlos eine Hand oder ein Bein abbeißen.

Wie gefährlich ist ein Makohai?

Der Makohai ist der viertgefährlichste Hai für den Menschen (nach dem Weißen Hai, dem Tigerhai und dem Hammerhai). Weil er im offenen Meer lebt, gibt es schlicht zu wenig Begegnungen mit Menschen. Sonst würde er mit Leichtigkeit den ersten Platz einnehmen.

Anatomische Merkmale

Makohai

Makohai

Der Körper des Makohais ist zylinderförmig. Die Haut ist auf der Oberseite dunkelblau und der Bauch ist weiß. Je älter der Hai ist, desto dunkler ist seine Farbe. Die Schnauze ist langgestreckt und spitz. Der untere Teil der Schnauze ist weiß. Jungfische haben einen gut ausgeprägten schwarzen Fleck am Ende der Schnauze, der mit zunehmenden Alter verschwindet.

Der Kopf des Makohais hat eine konische Form. Die Augen sind sehr groß. Auf jeder Seite des Körpers hinter dem Kopf des Fisches befinden sich je fünf Kiemenschlitze. Die Flossen des Makohais sind perfekt auf die Jagd ausgerichtet: Die Schwanzflosse ist halbmondförmig und sorgt für eine schnelle Beschleunigung. Die Rückenflosse und die großen Bauchflossen helfen beim Manövrieren.

Ein charakteristisches Merkmal des Makohais sind hakenförmige und nach innen gebogene Zähne, die jede sich verzweifelt wehrende Beute festhalten, sodass es kein Entrinnen gibt. Der Fisch hat mehrere Zahnreihen auf der Ober- und Unterseite des Mauls, aber nur die vordere Reihe ist funktionell, alle anderen dienen als Ersatzzähne, um den Verlust der ersten Reihe auszugleichen.

Wie ernährt sich Makohai?

Makohai

Makohai

Der Makohai ernährt sich hauptsächlich von großen Fischen. Dazu gehören vor allem Thunfische aber auch Delfine, Makrelen und Schwertfische. Letztere erreichen selbst eine Länge von 3 Metern und wiegen dabei bis zu 600 kg. Mit anderen Worten: Schwertfische sind dem gefährlichen Mako keineswegs automatisch unterlegen und kämpfen mit ihm. Allerdings ziehen sie meist den Kürzeren.

Der Makohai greift von unten an und beißt in der Nähe der Schwanzflosse zu. Hier befinden sich die wichtigsten Gelenke und die letzten Wirbel. Der Biss lähmt die Beute und macht sie hilflos. Auch Thunfische gehören zu der Lieblingsbeute der Makohaie. Dabei sind sie alles andere als langsam und können Geschwindigkeiten von 70 km/h erreicht. Doch der Makohai holt auch einen Thunfisch ein und stellt einmal mehr seine überragende Geschwindigkeit unter Beweis.

Fortpflanzung des Makohais

Der Makohai gehört zu den lebendgebärenden Fischen. Die Weibchen erreichen Geschlechtsreife mit einer Länge von 2,7 m. Bei den Männchen sind es 1,9 m. Die Schwangerschaft dauert etwa 15 Monate. Die Embryonen ernähren sich von unbefruchteten Eiern in der Gebärmutter. Es werden vier bis 18 Jungtiere lebend geboren. Bis zur nächsten Paarung vergehen 1,5 Jahre, manchmal 2 Jahre.

Makohaie sind ovipar, d. h. die befruchtete Eier entwickeln sich in der Gebärmutter des Weibchens und werden lebend geboren. Makohaie zeichnen sich durch intrauterinen Kannibalismus aus, bei dem die stärkeren Föten die entwicklungsverzögerten Eier im Körper der Mutter fressen. Schließlich werden etwa zehn ziemlich große Makohaie geboren. Von den ersten Lebenstagen an sind sie auf sich allein gestellt.

Makohai und der Mensch

Makohai

Makohai

Da der Makohai das offene Meer als Habitat bevorzugt, sind Angriffe auf Menschen in der Küstenzone äußerst selten. In den letzten 30 Jahren wurden 42 Angriffe registriert, von denen acht tödlich verliefen. Das ist etwas mehr als ein Angriff pro Jahr weltweit. Außerdem wurden 20 Angriffe auf Fischerboote registriert. In diesen Fällen wurde die Aggression jedoch von den Fischern selbst provoziert, die die Raubfische zu fangen versuchten und verletzten sie dabei. Das Ergebnis war eine Gegenreaktion.

Der Makohai ist inzwischen als gefährdete Art eingestuft, da seine Bestände in den letzten Jahrzehnten erheblich zurückgegangen sind. Das Fleisch des Makohais gilt als schmackhafter als das der anderen Haie. Darüber hinaus wird er wegen seinen Flossen, Haut und der fetthaltigen Leber gejagt. Nicht zuletzt ist der Makohai für seine Schnelligkeit und das vehemente Wehren gegen die Gefangennahme unter Sportanglern sehr begehrt.

Fischlexika und -Atlanten

Falls Sie sich für die mannigfaltige Tierfauna der Meere, Seen oder Flüsse interessieren, empfehlen wir Ihnen folgende Bücher*, die neben herausragenden Fotos und detailgetreuen Zeichnungen auch Informationen über die einzelnen Fisch- und Tierarten anbieten:
  1. Gefährliche Meeresfische
  2. Was lebt im Mittelmeer?
  3. Süßwasserfische Europas
  4. Fische Krebse Muscheln
  5. Heimische Gewässer


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