Weißer Hai: Alle Infos zum Fisch

Weißer Hai ist mit Sicherheit der berüchtigtste und meist gefürchtete Hai auf dem Planeten. Zugleich ist seine Existenz akut bedroht.

Allgemeines über den Weißen Hai

Weißer Hai

Weißer Hai

  • Name: Weißer Hai. Engl.: Great white shark
  • Wissenschaftlicher Name: Carcharodon carcharias
  • Ordnung / Familie: Makrelenhaiartige / Makrelenhaie
  • Vorkommen: warme oder mäßig warme Meeresgewässer
  • Habitat: Küstennähe
  • Max. Größe/Gewicht: 8 m / 3.200 kg
  • Gefährdung: sehr stark gefährdet

Lebensraum des Weißen Hais

Verbreitungsgebiete des Weissen Hais

Verbreitungsgebiete des Weißen Hais. Bild: Carcharodon carcharias distmap

Der Weißer Hai bevorzugt warme oder mäßig warme Meere. Am häufigsten findet man ihn in den Küstengewässern von Südafrika, Brasilien, Argentinien, sowie im Osten der Vereinigten Staaten und in Australien. Die Fische halten sich meist in der Nähe der Oberfläche auf, sind allerdings auch imstande, bis in die Tiefen von etwa 1.000 m abzutauchen. Weiße Haie sind überwiegend Einzelgänger.

Wissenschaftler haben herausgefunden, das diese Hai-Art große Entfernungen am Stück zurücklegen kann. So wanderte ein markiertes Weibchen im Pazifik von Baja California nach Hawaii. Nach etwa 100 Tagen schwamm das Tier wieder zurück. Was die Weißen Haie zu solchen Wanderungen veranlasst, ist noch nicht eindeutig geklärt. Es wird vermutet, dass die Haie ihrer Beute oder dem Fortpflanzungstrieb folgen.

Verhalten und Lebensweise

Weißer Hai

Weißer Hai

Das Verhalten und die Sozialstruktur der Weißen Haie ist bisher noch nicht ausreichend untersucht worden. Eine Studie der Population in den Gewässern nahe Südafrika offenbarte eine hierarchische Dominanz, die nach Geschlecht und Größe gekennzeichnet war. Dabei überwiegt die Dominanz der Weibchen gegenüber Männchen und der größeren Individuen gegenüber kleineren Haien.

Konfliktsituationen bei der Jagd innerhalb der untersuchten Population wurden durch Rituale aufgelöst. Kämpfe zwischen Individuen der gleichen Population waren zwar möglich, passierten aber selten. In der Regel beschränkten Haie die Lösung ihrer Konflikte auf wenige warnende und kräftige Bisse.

Interessante Fakten über Weißen Hai

Weißer Hai

Weißer Hai

  • Der Kiefer des weißen Hais hat mehrere Zahnreihen. Der Hai kann mit seinen Zähnen die festgehaltene Beute einfach durchsägen, indem er mit dem Kopf hin und her schüttelt.
  • Weiße Haie haben einen ausgesprochen starken Geruchssinn. Sie können das im Wasser aufgelöste Blut aus Dutzenden von Kilometern Entfernung riechen.
  • Ein charakteristisches Merkmal des Weißen Hais ist seine Fähigkeit, den Kopf regelmäßig über die Wasseroberfläche zu heben. Wissenschaftler glauben, dass der Hai dadurch Gerüche besser wahrnehmen kann.
  • Diese Spezies wird oft auch als der Große Weiße Hai bezeichnet. Diese Bezeichnung verdankt der Hai seiner Eigenschaft Leben lang zu wachsen. Je älter das Tier ist, desto größer wird es.
  • Paläontologen haben herausgefunden, dass der Vorfahre des Weißen Hais (allgemein bekannt als Megalodon) am Ende des Tertiärs gelebt hat und bis zu 30 Meter lang war. Ein Raubfisch dieser Größe könnte acht Menschen auf einmal verschlingen.

Wie viel Weiße Haie gibt es noch?

Weiße Haie sind wie kaum eine andere Hai-Art akut vom Aussterben bedroht. Wissenschaftler schätzen, dass es nur noch 4.000 Weiße Haie auf der Welt gibt.

Anatomische Merkmale

Zähne des Weißen Hais

Zähne des Weißen Hais

Der Weiße Hai hat einen stromlinienförmigen Körper und einen großen konischen Kopf. Die Farbe des Rückens ist grau, manchmal auch grünlich, und die Unterseite ist weiß. Durch diese Färbung ist der Fisch im Wasser perfekt getarnt und weder von oben noch von unten zu sehen. Seine Körperlänge beträgt 4-6 Meter, allerdings wurden vereinzelt auch 8-10 Meter lange Exemplare gefangen. Die Weibchen sind größer als Männchen.

Seine dreieckförmige Zähne sind bis zu 5 cm hoch und haben gezackte Kanten, die dafür sorgen, dass jegliche Beute im Nu durchgesägt wird, indem der Hai mit seinem Kopf hin und her schüttelt. Seine Zähne sind in mehreren Reihen angeordnet und wachsen ständig nach, sobald welche abbrechen oder einfach verschleißen.

Die Rückenflosse ist die Visitenkarte des Weißen Hais und ist groß und hoch. Die Schwanzflosse ist halbmondförmig und sehr kräftig. Die erste Brustflosse ist groß und sichelförmig, die zweite ist verhältnismäßig klein. Weißer Hai hat wie die meisten anderen Haie keine Schwimmblase, so dass er sich immer mit offenem Maul bewegen muss, um nicht zu ertrinken und seinem Körper Sauerstoff zuzuführen.

Wie ernährt sich der Weiße Hai?

Robbe

Robbe

Junge Weiße Haie ernähren sich hauptsächlich von kleinen Knochenfischen, verschiedenen Meerestieren und kleinen Säugetieren. Ausgewachsene und voll entwickelte Fische erweitern ihren Speiseplan um größere Beutetiere, zu denen Robben, Seelöwen und große Fische gehören. Dies hängt vom Habitat des Hais und seiner Spezialisierung ab. Darüber hinaus fressen erwachsene Fische auch kleinere Hai-Arten sowie immer wieder gerne mal Kopffüßer.

Robbe gehört zu der Lieblingsspeise des Weißen Hais. In Gewässern mit Robben-Populationen gleitet der Raubfisch ganz entspannt durchs Wasser und tut so, als würde er die an der Oberfläche schwimmende Robbe nicht bemerken. Sobald diese jedoch unachtsam wird, greift der Hai seine Beute an, indem er blitzschnell nach oben beschleunig und aus dem Wasser rausspringt samt Robbe im Maul. Dieses Jagdverhalten wurde ausreichend dokumentiert und sieht sehr spektakulär aus.

Fortpflanzung des Weißen Hais

Weißer Hai

Weißer Hai

Der Weiße Hai ist lebendgebärend und entwickelt 4 bis 15 Jungen in seinem Körper, allerdings nicht alle von ihnen werden geboren. Schon im Mutterleib zeigen sie ihr Raubtierverhalten, indem die starken Jungfische ihre schwächeren Geschwister auffressen. Nach der Geburt sind weiße Haie 110-130 cm groß und werden sofort sich selbst überlassen; sie ernähren sich zunächst von kleinen Fischen.

Weibliche Weiße Haie erreichen ihre Geschlechtsreife im Alter von zwölf bis vierzehn Jahren, die Männchen etwas früher, etwa im Alter von zehn Jahren. Geringe Fruchtbarkeit und eine zu lange Pubertätsphase werden als einer der Gründe für den Rückgang der heutigen Population des Weißen Hais angesehen. Die Schwangerschaft dauert bei Weißen Haien auch relativ lange – etwa ein Jahr.

Natürliche Feinde des Weißen Hais

Mit seinem massigen Körper, kräftigen Kiefer und scharfen Zähnen ist der Weiße Hai unter aquatischen Raubtieren nahezu konkurrenzlos und kann fast jede Beute jagen. Es gibt allerdings ein Paar Lebewesen, die sogar dem Weißen Hai gefährlich werden können. Eins davon ist der Killerwal. Seine Kraft übertrifft nicht selten die des Weißen Hais und sein hoch entwickeltes Sozialverhalten ermöglicht es ihm, den Hai in Gruppe anzugreifen und zu töten.

Auch der Seeigel ist ein vertrauter Feind des Weißen Hais. Obwohl dieses Wassertier relativ klein ist, ist er dennoch oft für den Tod des Hais verantwortlich. Beim ersten Anzeichen von Gefahr schwillt er an und wird zu einem harten und stacheligen Ball. Der Hai ist nicht in der Lage, den im Maul steckenden Fisch auszuspucken oder zu verschlucken, so dass das Raubtier einen sehr schmerzhaften Tod durch Infektion oder Verhungern erleidet.

Weißer Hai und der Mensch

Taucher

Taucher

Der Weiße Hai gilt als eine der gefährlichsten Hai-Arten für den Menschen. Es passieren zwar nur 3 bis 7 Hai-Angriffe im Jahr, wenn es allerdings dazu kommt, endet es meist mit dem Tod des Opfers. Diejenigen, die das Glück haben, zu überleben, bleiben oft verstümmelt zurück – ohne Gliedmaßen und mit anderen schweren Verletzungen diverser Organe.

Weiße Haie können können sowohl im offenen Meer als auch in Küstennähe angreifen, z.B. beim Schwimmen in der Bucht. Es überrascht nicht, dass die Australier diesem Raubtier den Spitznamen „weißer Tod“ gegeben haben. Die Forscher gehen allerdings davon aus, dass der Angriffe auf den Menschen ausschließlich das Werk von „wandernden“ Haien sind, die auf der Suche nach Nahrung in neue Gefilden vorstoßen und sich deshalb noch auf keine Beute spezialisiert haben.

Weißer Hai als Touristenattraktion

Weißer Hai als Touristenattraktion

Weißer Hai als Touristenattraktion

Der Weiße Hai ist an mehreren Orten der Welt Gegenstand des Ökotourismus: vor der Küste Südafrikas, im Süden Australiens und in Mexiko (Insel Guadalupe). Dort können Touristen den Riesen in speziellen Käfigen beobachten, die ins Wasser abgelassen werden. Das Geschäft ist für Tourismusunternehmen sehr profitabel, da es immer viele Menschen gibt, die einen Adrenalinstoß suchen.

Ein großes Problem bei dieser Art der Beobachtung ist die Verwendung von Fischstücken als Köder, um die Aufmerksamkeit der Hais auf das Käfig zu lenken. Dabei besteht die Gefahr, dass die Haie eine Assoziation zwischen der Anwesenheit des Menschen und der verfügbaren Nahrung (in Form von angebotenen Fischstücken) herstellen, was dazu beitragen kann, sie zu Angriffen auf Menschen zu provozieren.

Fischlexika und -Atlanten

Falls Sie sich für die mannigfaltige Tierfauna der Meere, Seen oder Flüsse interessieren, empfehlen wir Ihnen folgende Bücher*, die neben herausragenden Fotos und detailgetreuen Zeichnungen auch Informationen über die einzelnen Fisch- und Tierarten anbieten:
  1. Gefährliche Meeresfische
  2. Was lebt im Mittelmeer?
  3. Süßwasserfische Europas
  4. Fische Krebse Muscheln
  5. Heimische Gewässer


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