Dornhai: Alle Infos zum Fisch

Der Dornhai ist einer der am häufigsten vorkommenden Haie der Welt und zugleich bedeutender Speisefisch.

Allgemeines über Dornhai

Dornhai

Dornhai

  • Name: Dornhai. Engl.: Spiny dogfish
  • Wissenschaftlicher Name: Squalus acanthias
  • Ordnung / Familie: Dornhaiartige / Dornhaie
  • Vorkommen: weltweit entlang des Kontinentalschelfs
  • Habitat: Bodennähe, Tiefen von 20 bis 100 m
  • Max. Größe/Gewicht: 1,7 m / 15 kg
  • Gefährdung: z.T. stark gefährdet

Herkunft und Lebensraum

Verbreitungsgebiete des Dornhais

Verbreitungsgebiete des Dornhais. Bild: Squalus acanthias distmap

Der Dornhai lebt bevorzugt in kühlem Wasser und ist durchgehend entlang des Kontinentalschelfs zu finden. In äquatornahen Gewässern, sowie in der Arktis und der Antarktis fehlt er. Die Fische ziehen in Gruppen umher, stets auf der Suche nach Gewässern mit optimaler Temperatur und gutem Nahrungsangebot.

Die meiste Zeit ihres Lebens halten sich die Dornhaie in Bodennähe auf. Dabei bevorzugen sie je nach Jahreszeit verschiedene Tiefen. Im Winter tauchen sie bis auf einige hundert Meter ab, wo das Wasser wärmer ist und sich dort auch ihre Beutetiere aufhalten. Im Sommer tummeln und jagen sie gerne in flachen Bereichen.

Interessante Fakten über Dornhai

Dornhai

Dornhai

  • An ihren beiden Rückenflosse haben diese Haie je einen giftigen Dorn. Das Gift ist relativ schwach und kann der menschlichen Gesundheit nicht wesentlich schaden. Allerdings können die durch Dorne verursachten Kratzer schmerzhaft sein und lange Zeit heilen.
  • Anhand des Dorns dieser Spezies kann man ihr Alter genau bestimmen. Im Querschnitt zeigt der Dorn zahlreiche Ringe, die den Jahresringen eines Baumes ähneln – jedes von ihnen entspricht einem Jahr im Leben des Hais.
  • Dornhaie werden durchschnittlich 25 Jahre alt, seltener bis zu 50 Jahren. Es gibt allerdings Berichte über langlebige Exemplare, die bis zu 75 Jahren alt wurden.
  • Die Haut des Dornhais ist mit mickrigen kleinen Stacheln überzogen und wurde in der Vergangenheit in vielen Küstenregionen als Schleifpapier zum Verarbeiten und Polieren von Holz verwendet.

Wie gefährlich ist der Dornhai?

Die geringe Größe des Dornhais macht ihn für den Mensch nur bedingt gefährlich. Darüber hinaus überschneidet sich sein Habitat nicht mit den Erholungsgebieten der Menschen. Einzig die Fischer verletzen sich beim Zerlegen des Fanges immer wieder an den Dornen der Haie.

Anatomische Merkmale

Dornhai

Dornhai

Der Dornhai hat einen langgestreckten, stromlinienförmigen muskulösen Körper, eine verlängerte Schnauze und eine bläulich-graue Körperfarbe (manchmal mit helleren Flecken). Die Männchen sind kleiner als die Weibchen. Die beiden Rückenflossen sind mit relativ großen, scharfen dornartigen Stacheln versehen, die dem Fisch seinen Namen geben. Die Analflosse fehlt.

Der Dornhai ähnelt in seiner Körperform stark dem gefährlichen weißen Hai, ist aber zehnmal kleiner. Im Durchschnitt misst er 70-90 cm. Dornhaie haben ein Knorpel- und kein Knochenskelett. Dies macht ihren Körper sehr wendig und mit großer Amplitude in verschiedene Richtungen biegsam. Wie die meisten Haie verfügt auch der Dornhai über einen ausgezeichneten Geruchssinn.

Die Augen des Dornhais sind groß. An beiden Kiefern wachsen mehrere Reihen scharfer Zähne, die ständig nachrücken. Mehr als 1.000 davon können im Leben eines Hais ausgetauscht werden. Die Haut ist mit plattenartigen Schuppen bedeckt, wovon jede einen charakteristischen gezackten Haken hat, der die Haut rau wie Sandpapier macht. Die Beschaffenheit dieser Stacheln ähnelt der eines Haifischzahns.

Wie ernährt sich Dornhai?

Tintenfisch

Tintenfisch

Die Hauptnahrung des Dornhais besteht aus einer Vielzahl von kleinen Fischen, diversen Krustentieren und Kopffüßern. Auch Würmer, Quallen, Seegurken und manchmal sogar Algen stehen auf seinem Speiseplan. Auf der Suche nach Nahrung können Dornhaie Fischschwärmen über große Entfernungen folgen, vor allem an der amerikanischen Atlantikküste und an der Ostküste des Japanischen Meeres.

Dank der ausgezeichneten aerodynamischen Eigenschaften seines Körpers ist der Dornhai in der Lage, jede potenzielle Beute zu verfolgen und zu erlegen. Dabei ist er nicht nur sehr schnell, sondern auch ausdauernd und kann die Beutetiere relativ lange verfolgen. Er hat einen ausgezeichneten Geruchssinn und riecht das Beutetier an der Substanz, die diese durch ihre Angst freisetzt.

Fortpflanzung der Dornhaie

Der Dornhai ist ein lebendgebärender Fisch – die Jungtiere schlüpfen und bleiben einige Zeit im Körper der Mutter, bis sie für ein eigenständiges Leben fähig sind. Nach ca. 18 Monaten werden die Jungfische geboren und haben eine Durchschnittsgröße von etwa 20-27 cm.

Die Geburt findet im flachen Wasser statt, wo die Kleinhaie relativ sicher aufwachsen können. Hier ernähren sie sich von Fischbrut anderer Fische, sowie von Garnelen und kleineren Mollusken. Erst nach 12-15 Jahren haben die Jungtiere die Größe eines erwachsenen Hais erreicht und werden geschlechtsreif.

Industrielle Bedeutung

Die industrielle Fischerei auf Dornhaie wird seit langem im großen Umfang betrieben, so dass diese Art inzwischen als gefährdet eingestuft wurde und im Nordsee sogar ein flächendeckendes Fangverbot besteht. Die Tatsache, dass die Trächtigkeit der Fische lange Zeit in Anspruch nimmt und es mehr als ein Jahrzehnt dauert, bis sie geschlechtsreif werden, macht diese Art noch mehr gefährdet.

Auch in anderen Regionen werden immer umfangreichere Maßnahmen zum Schutz der Dornhai-Populationen ergriffen. Zugleich werden diese Fische in vielen Ländern immer noch sehr aktiv gefangen wie z.B. in Frankreich, dem Vereinigten Königreich, Norwegen, China, Japan. Das am stärksten befischte Gebiet ist der Nordatlantik, das immer noch die größte Population aufweist.

Kulinarische Qualität

Schillerflocke

Schillerflocke

Der Dornhai kann gebraten, gekocht, geräuchert und zu Konserven verarbeitet werden. Sein Fleisch ist zart, sehr schmackhaft und hat keinen Ammoniakgeruch, im Gegensatz zu dem anderer Hai-Arten. Hierzulande wird das Fleisch des Dornhais unter dem Namen Schillerflocken (Bauchpartien) und Seeaal (Rückenfilet) vermarktet.

Die Leber macht bis zu 30 % des Gesamtgewichts des Dornhais aus. Deshalb wird diese Art auch wegen dem Fischöl, gefangen. Dieses Produkt ist eine natürliche Quelle der Vitamine A und D, die für die Behandlung und Vorbeugung zahlreicher Krankheiten, sowie für die Erhaltung der Gesundheit von Menschen, die in den lichtarmen nördlichen Regionen leben, sehr notwendig sind.

Fischlexika und -Atlanten

Falls Sie sich für die mannigfaltige Tierfauna der Meere, Seen oder Flüsse interessieren, empfehlen wir Ihnen folgende Bücher*, die neben herausragenden Fotos und detailgetreuen Zeichnungen auch Informationen über die einzelnen Fisch- und Tierarten anbieten:
  1. Gefährliche Meeresfische
  2. Was lebt im Mittelmeer?
  3. Süßwasserfische Europas
  4. Fische Krebse Muscheln
  5. Heimische Gewässer


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